Kategorie: Nicht so Lustiges

04.03.08

Permalink 23:32:49, von genetix, 387 Wörter, 404 Ansichten  
Kategorien: Everyday Life, Nicht so Lustiges

Japanische Geduldsproben, die Zweite!

Ich glaube, ich habe mich vorletztes Jahr schonmal ausgiebig ueber meinen absoluten “least favourite place” in Tokyo ausgelassen. Dieses Jahr ist es mal wieder so weit. Ich muss mein Visum verlaengern lassen und sitze dafuer mal wieder im Immigration Office in Tokyo.

Antraege, Antraege, Antraege…

Diesmal bin ich gluecklicherweise besser vorbereitet, als beim letzten Mal, wo ich mangels anderer Beschaeftigung vier Stunden damit verbringen durfte, Leute zu beobachten |-|, und habe meinen Laptop und die eMobile-Karte dabei. Das heisst, ich blogge gerade sozusagen “live". ;) Allerdings ist das Immigration Office netterweise auch der einzige Ort in Tokyo, den ich kenne, wo das eMobile-Netz nicht zuverlaessig funktioniert. (selbst im Shinkansen zwischen Tokyo und Maebashi klappt das besser) Das heisst, Internet habe ich alle fuenf Minuten mal fuer ein paar Sekunden, aber was soll’s - bei drei bis vier Stunden durchschnittlicher Wartezeit (Erfahrungswert von den letzten Besuchen) bleibt da trotzdem genug “Internetzeit” uebrig. ;)
Immerhin, es hat sich einiges getan, seit meinem letzten Besuch hier. Es gibt jetzt ein Restaurant, wo man (wenn auch zu voellig ueberteuerten Preisen) ein paar Snacks kaufen und sich vor allem etwas gemuetlicher hinsetzen kann, als im Warteraum. Die Plakate, die bereits am Bahnhof dazu auffordern, Regeln einzuhalten und Visavergehen anzuzeigen, sind erstaunlicherweise auch verschwunden. Dafuer wird jetzt auf riesigen Plakaten an die Frist fuer die Steuererklaerung erinnert… ;)
Im Wartesaal gibt es jetzt uebrigens einen “schicken” Plasmabildschirm, auf dem in einer Endlosschleife und in unueberhoerbarer Lautstaerke in verschiedenen Sprachen ueber die neuen Einreiseprozeduren informiert wird. (Noch ‘ne halbe Stunde, und ich kenne den Ansagetext auswendig, und zwar in ALLEN Sprachen, auch denen, die ich nicht verstehe! *aaaaaargh*)

Warteraum im Immigration Office Tokyo
Meine Aussicht fuer die naechsten paar Stunden….

So, mittlerweile bin ich wieder zu Hause. Die Warterei hat diesmal tatsaechlich “nur” gut zwei Stunden gedauert, nur damit ich dann innerhalb von 30 Sekunden meine Dokumente abgebe, die Dame am Schalter einen kurzen Blick darauf werfen lasse und gehe. Naja, Hauptsache, das ist fuer’s Erste erledigt! :) “Nur” zwei Stunden Wartezeit waren fuer mich uebrigens ein neuer Geschwindigkeitsrekord, aber ich habe ja noch mindestens einen Besuch vor mir, um mein Visum, die Arbeitserlaubnis und die Wiedereinreiseerlaubnis abzuholen. Vielleicht werden es da zum Ausgleich dann ja fuenf Stunden… 88| Naja, aufregen bringt nichts, und immerhin habe ich endlich meine Papers und sonstigen Stress fuer’s Erste hinter mir, so dass ich das Ganze jetzt halbwegs gelassen angehen kann.

20.11.07

Permalink 23:15:03, von genetix, 252 Wörter, 452 Ansichten  
Kategorien: Everyday Life, Nicht so Lustiges

Von Japanischen Justizministern, fiesen Freunden und Fingerabdruecken

「友人の友人はアルカイダだ」(Der Freund meines Freundes ist bei Al-Kaida), so lautete die ueberaus einleuchtende Rechtfertigung des japanischen Justizministers Kunio Hatoyama, wieso Auslaender ab heute bei der Einreise nach Japan Fingerabdruecke abgeben und sich fotografieren lassen muessen. Laut seiner Aussage ist besagter Freund eines Freundes, den er natuerlich nieeeee persoenlich getroffen hat, mehrfach unerkannt nach Japan ein- und ausgereist, bevor er an den Anschlaegen in Bali beteiligt war.
Also MEINE Freunde sind nicht bei Al-Kaida und die Freunde meiner Freunde auch nicht - laeuft hier nicht irgendwas verkehrt? Vielleicht sollte man statt unsereinem der innenpolitischen Sicherheit zuliebe doch besser japanische Politiker bei der Einreise erkennungsdienstlich behandeln?

Wer bislang die Einreisebedingungen nach Amerika fuer paranoid gehalten hat, der darf jetzt also ein weiteres Land auf seiner Negativliste hinzufuegen. Auch in Japan wird zukuenftig erstmal jeder ge-fingerprinted, fotografiert und verhoert, bevor er, sollte er kein Terrorist oder sonstwie verdaechtig sein, ins Land einreisen darf… das alles natuerlich nach gut 2 Stunden Wartezeit am Immigration-Schalter am Flughafen Narita und voellig unabhaengig davon, ob man als Tourist kommt, als Student oder als seit 10 Jahren in Japan lebender Ehepartner eines Japaners.
Was wohl dem einreisewilligen Auslaender passiert, wenn ihm am Immigration-Schalter zufaellig「友人の友人はアルカイダだけど・・・」 herausrutscht? Warum habe ich nur das Gefuehl, das in diesem Fall wuerde obiges Statement mit weitaus weniger Wohlwollen betrachtet?

Na denn,

Yokoso Japan
Leicht modifiziertes Logo des “Yokoso-Japan-Programms” von der “Deutsche in Japan"-Mailinglist. “Yokoso” bedeutet auf Japanisch “Willkommen”

Hier noch ein nicht ganz ernst gemeinter Beitrag aus der “Japan Times” zum Thema:

http://search.japantimes.co.jp/cgi-bin/fl20071120a1.html

17.09.06

Permalink 20:57:08, von admin, 140 Wörter, 158 Ansichten  
Kategorien: Everyday Life, Nicht so Lustiges

Spielverderber!

Ich hatte ja in meinem letzten Eintrag geschrieben, daß ich morgen mit meinen Kollegen nach Atami fahren wollte. Leider hat er hier uns einen Strich durch die Rechnung gemacht:

Satellitenbild

Das Bild zeigt Taifun Nr. 13 dieses Jahr alias SHANSHAN ( サンサン ). Unten sieht man nochmal genauer, wo er sich die nächsten Stunden langbewegen wird:

Taifun über Japan

Mit dem Taifun verbunden werden Wellenhöhen von bis zu 3 Metern erwartet, was definitiv keine guten Voraussetzungen für einen gelungenen Nachmittag auf dem Wasser sind. In sofern wurde unser Ausflug für morgen abgesagt. :(

Da ich aber eh noch einiges vorzubereiten habe für meine Reise nach Deutschland ist es vielleicht auch gar nicht so verkehrt, den Feiertag morgen anderweitig zu nutzen. Trotzdem - manchmal nervt es, daß die Natur einen hier in Japan so dermaßen im Griff hat, und dagegen hilft leider auch aller Fortschritt nichts.

09.09.06

Permalink 21:26:42, von admin, 673 Wörter, 145 Ansichten  
Kategorien: Everyday Life, Fotos, Nicht so Lustiges

Japanische Supermücken und andere Gemeinheiten...

Da ich sonst ja ständig allen von Japan vorschwärme, werde ich heute aus aktuellem Anlaß und quasi als Gegengewicht mal auflisten, was einen an Japan gelegentlich so richtig nerven kann ;)

kleine, fiese, gemeine Supermücken
Mit dieser Spezies habe ich gestern Bekanntschaft gemacht, als ich auf meine Kollegen gewartet habe, mit denen ich Badminton spielen wollte. Im Dunkeln vor dem hell erleuchteten Eingangsbereich der Turnhalle müssen offensichtlich einige dieser freundlichen Tierchen Lust auf ein wenig Abwechslung gehabt haben, so daß ein bißchen Ausländerblut wohl gerade richtig kam... Das Resultat sind etwa zehn riesige, rote Mückenstiche mit 2-4 Zentimetern Durchmesser, die auch noch echt fies jucken. Deutsche Mücken mögen mich in der Regel sowieso nicht, aber wenn sich denn mal eine zu mir verirrt, dann sind die Stiche in der Regel kaum zu sehen... Auf diese "Supermücken" könnte ich gut und gerne verzichten, aber immerhin haben sie mir den Anlaß gegeben, hier mal wieder ein bißchen was zu schreiben.

Erdbeben und ein besonders fieses Tierchen
Noch etwas, auf das ich gut und gerne verzichten könnte, sind die Erdbeben, die Japan mit schöner Regelmäßigkeit heimsuchen. Daran schuld ist übrigens er: Der Erdbebenfisch
Ein japanischer Mythos besagt, daß im Erdinneren ein gigantischer Katzenfisch lebt, der dafür verantwortlich ist, daß es gelegentlich wackelt. Auch wenn dieser Mythos irgendwie netter ist, als die übliche Geschichte von aneinander reibenden tektonischen Platten, kann ich mich mit den Erdbeben hier noch nicht wirklich anfreunden.

Glibberzeugs und Essen mit Augen
Nicht ganz so nervig, weil man ihm in den meisten Fällen gut aus dem Weg gehen kann, wenn man nicht gerade von netten Kollegen eingeladen wird, ist Glibberzeugs, das es in allen Variationen in Japan gibt. Ich liebe Fisch, sowohl gebraten, als auch roh und auch sonst ist die japanische Küche wirklich super, aber manchmal überkommt einen dann doch das Gruseln:
Glibberzeugs
Essen, das noch Augen hat, mag ich irgendwie gar nicht - und Glibberzeugs auch nicht - aber Glibberzeugs mit Augen, wie im Bild oben, ist echt zuviel! Diese kleinen Fischchen in verschiedenen Größen findet man übrigens recht häufig in japanischem Essen... besonders nett auch in ganz klein im Reis, wo sie aussehen, wie kleine, weiße Maden... *würgs*
Eine andere Begegnung besonderer Art hatte ich vor einer Weile im Sushishop. Neugierig, wie ich war, mußte ich dort unbedingt rohe Oktopussaugnäpfe probieren. Ich sage nur, es war keine gute Idee und meiner "Ich-mag-nicht-Liste" wird ab sofort "Essen, das sich an meiner Zunge festsaugt" hinzugefügt.
Von Natto habe ich ja schonmal erzählt - glibberige, fermentierte (man könnte auch sagen, vergammelte) Sojabohnen und wann immer man mit einem Japaner essen geht, wird dieser fragen, ob man in der Lage ist, Natto zu essen, nur um dann mit befriedigtem Gesichtsausdruck zu hören, daß man SOWAS natürlich nicht essen kann... ;)
Daß Hühner-Bürzel-Spießchen ebenso wie rohes Pferdefleisch weniger glibberig, aber nicht minder eklig sind, habe ich ja bereits beim letzten Mal geschrieben. ;) Wenn ich das so lese, sollte ich mir vielleicht doch nochmal überlegen, Vegetarier zu werden - dann habe ich für solche Fälle wenigstens 'ne gute Ausrede!

U-Bahn-Kuscheln
Worauf ich mich jeden Arbeitstag morgens ganz besonders freue, ist das Gruppenkuscheln in der U-Bahn. Noch netter ist es sicher im Winter zur Erkältungssaison, aber auch im Sommer kann ich mir Angenehmeres vorstellen, als gemeinsam mit ein paar hundert schwitzenden Leuten in einem U-Bahn-Abteil eingequetscht zu werden. Das ist übrigens absolut wörtlich zu nehmen. Es gibt keine Chance, auch nur ein paar Millimeter Sicherheitsabstand zu seinem Gegenüber zu halten. Die Packungsdichte ist so hoch, daß man sich nicht mehr festhalten muß, weil es einfach keinen Platz gibt, um umzufallen und gelegentlich verirren sich fremde Hände mal mehr mal weniger absichtlich an Stellen, wo sie nichts zu suchen haben... *grrr* Allerdings ist der Straßenverkehr in Tokyo auch nicht angenehmer und schneller schon gar nicht, so daß ich meinem Auto gar nicht nachzutrauern brauche... Tokyo ist einfach hoffnungslos überfüllt.

11.04.05

Permalink 23:59:47, von admin, 164 Wörter, 134 Ansichten  
Kategorien: Everyday Life, Nicht so Lustiges

Erdbeben...

... sind eine ganz schön nervige Angelegenheit, besonders wenn sie einen morgens um 7:22 aus dem Bett werfen. Eine ganz blöde Zeit, wenn der Wecker auf kurz nach 8 steht, denn wieder einschlafen lohnt sich dann auch nicht mehr wirklich.

In Tokyo muß das Beben wohl ziemlich heftig gewesen sein. Stattgefunden hat es in der Nähe des Flughafens Narita und wurde dort mit einer Stärke von 6,1 gemessen. In Atsugi haben wir glücklicherweise nur noch 4 abbekommen, aber auch das reicht, damit man ziemlich unsanft geweckt wird.
Nachmittags hat es dann gleich nochmal gewackelt, aber so wirklich erschreckt hat das im Büro keinen, auch wenn diesmal zumindest der ein oder andere von seiner Arbeit hochgeguckt hat. ;)

Ansonsten ein ganz und gar durchschnittlicher, verregneter Arbeitstag ohne besondere Höhen und Tiefen... also nicht viel zu erzählen. Da es gerade 1 Uhr 14 nachts ist, und ich morgen wieder um 8 aufstehen muß, ist das aber vielleicht auch ganz gut so...

Hier ein Screenshot von Yahoo's Erdbeben-Informationsseite:
erdbebenscreenshot

23.03.05

Permalink 23:29:14, von admin, 44 Wörter, 127 Ansichten  
Kategorien: Nicht so Lustiges

Nix Interessantes zu bloggen, heute...

Arbeit war wie immer und danach bin ich sofort nach Hause gefahren, also gibt es nicht wirklich was zu erzählen. Gedanken mache ich mir im Moment nur darüber, was auf mich zukommt, wenn ich im September wieder nach Deutschland zurückfliegen muß :(...

20.03.05

Permalink 23:56:00, von admin, 244 Wörter, 116 Ansichten  
Kategorien: Nicht so Lustiges

Erdbeben in Südjapan

Ein Blick in die Nachrichten hat mir mal wieder bewußt gemacht, auf was ich mich mit der Entscheidung für Japan auch eingelassen habe... So sehr es mir hier gefällt und so sehr ich manchmal Träumereien nachhänge,irgendwann nochmal "für länger" hier hinzukommen. Ob ich mit dem Gedanken, daß jederzeit auch Tokyo und Umgebung von einem starken Erdbeben betroffen sein können, auf Dauer leben könnte?

Ich finde es interessant, wie man hier damit umgeht. Bei meinem ersten Erdbeben hier, das ich schon als relativ ungemütlich empfunden habe, saß ich gerade in der Firma und nicht ein einziger hat überhaupt von seinem Bildschirm hochgesehen... Überhaupt wird über das Thema extrem wenig geredet. (Oder nur nicht in meiner Gegenwart, um die arme Ausländerin nicht zu verschrecken?) Auf der anderen Seite gab es bei meiner Alien Registration drei Heftchen über das Leben in Japan und in allen dreien stand etwas über das richtige Verhalten bei Erdbeben und auch sonst wird man ständig (im Japanischkurs, in der Firma, von Leuten, die man neu irgendwo kennenlernt) darauf hingewiesen, welche Vorbereitungen man treffen sollte etc.

Die Bilder des Erdbebens in Fukuoka wirken irgedwie erschreckender, wenn man weiß, daß das Ganze nur ein paar hundert Kilometer von hier entfernt passiert ist. :(

Glücklicherweise ist offensichtlich den Menschen in Fukuoka und Umgebung weniger passiert, als man in anderen Ländern bei einem Erdbeben dieser Stärke hätte erwarten müssen.

Genetix' Japan-Blog

Ich habe von Anfang Januar 2005 - August 2005 ein Praktikum in Atsugi, Kanagawa, Japan gemacht und absolviere nun mein Promotionsstudium am National Institute of Informatics in Tokyo. Ich werde hier in Zukunft alle, die es lesen wollen (oder die zufällig hier landen) mit mehr oder minder wissenswerten Informationen über das Land der aufgehenden Sonne versorgen. :)

My English short blog can be found at http://genetix.tumblr.com

For anyone interested in robots and AI-related stuff, please have a look at http://www.robotopia.de

Recently, I have also started Twittering...

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