Kategorie: Fotos

11.11.07

Permalink 00:09:49, von genetix, 384 Wörter, 6941 Ansichten  
Kategorien: Everyday Life, Fotos, Reiseberichte

Tokyo Motor Show

Was machen zwei Maedels, die kein Auto besitzen, keine Ahnung von Autos haben und sich eigentlich auch ueberhaupt nicht fuer Autos interessieren an einem grauwetterigen, kalten Sonntag in Japan? Richtig - sie gehen zur Tokyo Motor Show: Autos angucken! :p Geplant hatte ich das eigentlich ueberhaupt nicht, aber netterweise hatte ein Kollege von einem Kunden Freikarten bekommen, und mir zwei geschenkt. Auch zu diesem Zeitpunkt war ich eigentlich noch alles andere als ueberzeugt davon, dass ich den Sonntag gemeinsam mit 1000en Japanern in einer Messehalle verbringen und Autos angucken wollte, aber irgendwie fand ich mich am Sonntag Mittag dann doch gemeinsam mit einer Freundin in der Warteschlange vor der Makuhari Messe wieder um noch den letzten Tag der Tokyo Motor Show mitzuerleben.

Zusammenfassend kann ich nur sagen - es gab eine Menge zu sehen und damit meine ich nicht nur die tiefen Einblicke, mit denen die Messe-Hostessen von den Fahrzeugen abgelenkt haben.
Wirklich interessant waren fuer mich vor allem die sogenannten “concept cars", Prototypen von Fahrzeugen, die so zwar wohl niemals auf der Strasse landen werden, die dafuer aber um so innovativer sind. Besonders angetan hat es mir der PiVo2 von Nissan mit eingebautem “Beifahrer". Ein kleiner Roboter, der im Frontpanel eingebaut ist, verraet dem Fahrer, wo er noch freie Parkplaetze findet, gibt ihm Navigationshinweise, weist ihn auf Geschwindigkeitsbegrenzungen hin, ueberprueft seinen derzeitigen Emotionszustand und Ermuedungslevel. Auf die gewohnten Hinweise a la “Musst Du eigentlich immer so rasen?!!?!", “Schleich doch nicht so, hinter Dir ist schon ein halber Kilometer Stau!” oder “Hier haettest Du links fahren muessen!!!” muss man bei PiVo leider verzichten, dafuer erhaelt man von einer freundlichen, japanischen Computerstimme Informationen ueber die aktuelle Verkehrslage. Zumindest beim Einparken sind Beschwerden seitens des Beifahrers aber auch gar nicht mehr noetig, denn Pivo parkt vollautomatisch und parallel zur Strasse, indem er einfach die Raeder um 90 Grad rotiert.

Tokyo Motor Show - Pivo
Nissan Pivo2

Andere Innovationen waren vor allem besonders umweltschonende Fortbewegungsmittel, Ein-Mann-Fahrzeuge, die man vom Verwendungszweck her am ehesten als Zwischending zwischen Rollstuhl und Motorroller bezeichnen kann und ein Wagen mit stossabsorbierender, weicher Aussenhuelle. Alles in allem ein paar richtig geniale Ideen, bei denen ich sehr gespannt bin, ob wir davon wohl irgendwas in ein paar Jahren auf Japans Strassen herumfahren sehen. Interessanterweise waren die wirklich innovativen concept cars uebrigens ausnahmslos von japanischen Herstellern!

Honda Puyo mit “weicher” Aussenhuelle

Toyota “Rollstuhl”

14.10.07

Permalink 11:23:21, von genetix, 726 Wörter, 8773 Ansichten  
Kategorien: Geeks Only, Fotos, Reiseberichte

IEEE RO-MAN '07 Tag 2-4

Da ich während der Konferenz doch nicht mehr dazu gekommen bin, ausführlicher zu berichten, und dieser Beitrag seit Anfang September halb fertig hier rumliegt, hole ich das jetzt nach, bevor ich alles vergessen habe. Alles in allem war es für mich eine echt tolle Erfahrung, und ich bin mit jeder Menge neuen Ideen und Eindrücken nach Hause geflogen, so dass ich es kaum erwarten konnte, mich wieder an meine eigene Arbeit zu setzen. :) Ein paar Fotos von der Konferenz sind übrigens auch direkt auf der Website zu finden http://www.ro-man2007.org/

Mein eigener Vortrag war am Dienstag und nachdem ich Montag noch die ganze Nacht an meinen Folien gebastelt und kaum geschlafen habe, lief das Ganze erstaunlicherweise fast problemlos - Wenn man mal davon absieht, dass ich, gnadenlos schusselig, wie man mich kennt :oops:, in der Aufregung an meinem Laptop den Kopfhörer- mit dem Mikrofonanschluß verwechselt habe und das erst gemerkt habe, als man über die Mikrofonanlage von meinem in mühsamer Kleinarbeit in der Nacht vor dem Abflug zusammengeschnittenen Demovideo leider keinen Ton hören konnte.

Auf jeden Fall gab es eine Menge spannender Vorträge über alle möglichen Themen vom Robotereinsatz für die Autismustherapie über die Aufmerksamkeitssteuerung und das Erzeugen von “Shared Attention” in der Mensch-Roboter-Interaktion bis hin zu Sprach- Gesten- und Emotionserkennung.
Besonders faszinierend fand ich einem Plenumsvortrag von Professor Luc Steeles darüber, wie man Roboter entwickelt, die allein durch die Interaktion untereinander, ohne Vorkenntnisse eine eigene Sprache entwickeln könnten. (Auch wenn es bis dahin noch ein weiter Weg ist) Den Vortrag und noch einige andere findet man als Webcast übrigens hier: http://ws2.huric.org/roman2007/Archive.aspx

Interessant fand ich auch den Roboter-Designwettbewerb und die “Interactive Demonstration Session", die am Rande der Konferenz stattfanden. Es ging darum, Ideen und Prototypen für neuartige Roboter (wobei der Begriff Roboter recht weit gefasst war und auch intelligente Spielereien beinhalten durfte) zu präsentieren und einige der Ideen waren wirklich interessant oder einfach lustig:

Paro, ein Seehund-Roboter ist vor allem dazu gedacht, alten Leuten, behinderten oder kranken Kindern etc. Gesellschaft zu leisten, und wurde unter anderem in japanischen Altenheimen schon erfolgreich eingesetzt.

Paro - der Roboterseehund

Keepon ist ein kleiner Roboter, der ein wenig an zwei übereinandergestapelte Tennisbälle erinnert, “tanzt” und dabei erstaunlich beweglich ist, und unter anderem für die Autismusforschung und -therapie entwickelt wurde.

Keepon

Bei Youtube gibt es auch Videos davon:

Der “verrückte Professor” auf dem zweiten Video ist übrigens wirklich der Entwickler, Professor Kozima.

Ein anderes lustiges, wenn auch vielleicht etwas realitätsfernes Konzept waren die Mung Robots aus Korea, die aussahen, wie überdimensionierte Eier mit Augen, und die leuchtende blaue Flecken bekommen haben, sobald jemand in ihrer Gegenwart Schimpfwörter ausgesprochen hat (was man auch gleich interaktiv testen konnte. ;) ) Laut Erklärung sollen diese Roboter das friedliche Miteinander von Ehepartnern fördern. |-|

Mung-Robots …. und ich. :)

… und dann war da noch eine Entwicklung, die jeden Softwareentwickler zum Zittern bringen wird ;). - Buildbot.

Buildbot - der Schrecken aller Softwareentwickler!

Buildbot überwacht, ob sich der Sourcecode eines Softwareprojekts im CVS/SVN korrekt compilieren läßt. Falls das nicht der Fall ist, macht er denjenigen aus, der fehlerhaften Code eingecheckt hat, und geht blinkend und drohend piepsend zum Angriff über. Glücklicherweise ist das System auf einem Aibo, einem etwa katzengroßen Roboterhündchen, realisiert, so dass es bislang offenbar keine ernsthafteren Personenschäden gab. (Für echte Härtefälle gibt es aber sicher bald die “Pitbull-version” ;) )

Daß es auch weibliche Roboter gibt, zeigt dieses Beweisfoto. Auf “Stöckelschuhen” bewegte sich die Roboterdame zugegebenermaßen nicht ganz so elegant, wie ihre natürlichen Vorbilder:

Der erste weibliche Roboter!

Alltagsnähere Arbeiten, wie z.B. einen “elektronischen Blindenhund", Roboter zum Fensterputzen an Hochhausfassaden usw. gab es natürlich auch. Alles in allem war die Konferenz einfach spannend und ich hoffe, dass ich einige der Ideen, die ich aus den Vorträgen mitgenommen habe, für meine eigene Arbeit nutzen kann.

Zu guter Letzt noch ein paar unsortierte Eindrücke von Jeju. Von der Insel selbst habe ich nicht soviel gesehen. Eigentlich war ich nur an einem Abend nach der Konferenz noch kurz unterwegs, um mir die Gegend anzusehen, aber das technische Programm war sowieso spannender. :):

Das “Jeju-Maskottchen”

Das Teddybärenmuseum

Jede Menge Palmen

Die Umgebung des Hotels

27.08.07

Permalink 00:43:04, von genetix, 289 Wörter, 6146 Ansichten  
Kategorien: Fotos, Reiseberichte

IEEE RO-MAN '07 Tag 1

Ich bin heile auf Jeju angekommen, und wider Erwarten habe ich hier sogar Internetzugang im Hotel, so dass ich Euch auf dem Laufenden halten kann. Mein Flieger ist irgendwann gegen Mittag gut eine halbe Stunde zu frueh auf Jeju angekommen, und mit dem Bus ging es dann erstmal eine gute Stunde bis zum Hotel, das in einem Ferienresort liegt, dessen koreanischen Namen ich leider schon wieder vergessen habe. Auf jeden Fall herrscht hier Urlaubsstimmung pur - zumindest fuer die, die nicht hier sind, um anderen etwas ueber ihre Arbeit zu erzaehlen. ;D Das Konferenzprogramm klingt allerdings sehr interessant und wenn ich erstmal meinen eigenen Vortrag hinter mir habe, werde ich das garantiert auch so richtig geniessen. Ich hoffe, ich komme mit dem ein oder anderen ins Gespraech, denn ich habe beim ersten Durch"blaettern” der CD-Rom zur Konferenz schon einige ziemlich spannende Papers gefunden.

Hana Hotel - da wohne ich die naechsten fuenf Tage

…Urlaubsstimmung pur!

Heute fing die Konferenz allerdings erstmal ganz locker an - Einchecken im Hotel, Registrierung bei der Konferenz und schliesslich der Willkommensempfang… Das Hotel, wo die Konferenz abgehalten wird, ist nur ein paar Schritte von meinem Hotel weg, riesig und ziemlich nobel, und auch der Empfang war klasse mit tollem Essen und einer wirklich schoenen Umgebung. Die vielen neuen Gesichter haben mich zugegebenermassen doch erstmal ein wenig eingeschuechtert. Wer weiss, ob man nicht gerade jemanden anquatscht, dessen Papers man eigentlich kennen sollte… :oops: Naja, morgen geht es mit dem technischen Teil weiter. Das macht es sicher leichter, die Teilnehmer richtig “einzusortieren". Ich habe allerdings schon ein paar Leute aus Bielefeld gesichtet. - Die Welt ist klein! :)

Hier ein paar erste Eindruecke von der RO-MAN ‘07:

Mensch-Roboter-Interaktion auf Koreanisch (…oder Japanisch? ;) )

IEEE Roman ‘07 in Eis

… und das Gesamtkunstwerk…

Am Buffet

12.08.07

Permalink 00:00:18, von genetix, 420 Wörter, 3051 Ansichten  
Kategorien: Everyday Life, Lustiges, Peinliches und Ungewohntes, Fotos

Achtung, sehr gefährlich!!!

Wenn man den Japanern eins ganz bestimmt nicht vorwerfen kann, dann ist das die mangelnde Sorge um die Gesundheit und das Wohlergehen ihrer Mitmenschen. Dieser Eindruck draengt sich einem zumindest geradezu auf, wenn man mal einen naehren Blick auf die allgegenwaertigen Warn- und Hinweisschilder wirft und ein wenig die Ohren offen haelt.

Es faengt bereits beim Einkaufen an, wo man per Lautsprecherdurchsage nicht nur darauf hingewiesen wird, dass man auf der Rolltreppe doch bitte im weiss umrandeten Bereich stehen und sich festhalten soll, sondern auch darauf, dass man bitte seine Kinder im Auge behalten und an die Hand nehmen soll, damit diese nicht abhanden kommen. Auch der Hinweis, man koenne mit Pfennigabsaetzen in der Rolltreppe haengen bleiben und sich verletzen, gehoert zum Standardrepertoire der Lautsprecherdurchsagen…:p

Selbstverstaendlich warnen LKWs wahlweise per Sprachansage oder Piepton, wenn sie rueckwaerts fahren, Krankenwagen, Polizei und Feuerwehr sagen an jeder Kurve an, in welche Richtung sie als naechstes fahren wollen und der Busfahrer warnt natuerlich auch, wenn er um die Kurve fahren oder an einer Ampel anhalten will.

Ganz besonders nett fand ich auch eine Mail mit dem Titel “Notice for traffic safety", die von meiner Uni an alle Promotionsstudenten geschickt wurde. Dort wurden wir darauf hingewiesen, dass ein Mitstudent vor einer Weile einen Unfall verursacht hat, dass dies sehr bedauerlich sei, und dass wir uns doch bitte von jetzt an alle an die Verkehrsregeln halten und ganz besonders auf unsere Sicherheit im Strassenverkehr achten sollten, damit dies nicht nochmal vorkommt. Hatte ich schonmal erwaehnt, dass das Durchschnittsalter der Promotionsstudenten bei uns am Institut irgendwo um die 30 liegt und dass ich den letzten Hinweis dieser Art vermutlich irgendwann kurz vor Abschluss der Grundschule bekommen habe? ;) Ich war fast schon ein wenig enttäuscht, dass wir die Mail nicht von unseren Eltern unterschreiben lassen und wieder mitbringen sollten. |-|

Mein klarer Favorit ist allerdings dieser anschaulich illustrierte Beipackzettel, den ich in einer Packung Stecknadeln gefunden habe:

Stecknadeln nicht essen
Stecknadeln bitte nicht essen!

Also fuer die, die es bisher noch nicht wussten - Stecknadeln bitte nicht essen und natuerlich auch nicht an die Kinder verfuettern, sie nicht auf dem Boden herumliegen lassen, da man darauf treten und sich schwer verletzen koennte, und bitte BITTE aufpassen, sich nicht damit in den Finger zu stechen. B)

Auch schoen, der Hinweis auf der Essstaebchen-Verpackung: Diesmal sogar auch auf Englisch, schliesslich mochte man ja auch die armen Auslaender, die kein Japanisch lesen koennen, nicht ungewarnt in ihr Unglueck rennen lassen: “Toothpick may hurt your finger":

sehr gefaehrlich
Sehr gefaehrlich!

In diesem Sinne… 危ないですから、ご注意ください! (abunai desu kara, go-chuui kudasai!)

29.07.07

Permalink 22:42:38, von admin, 130 Wörter, 2924 Ansichten  
Kategorien: Everyday Life, Lustiges, Peinliches und Ungewohntes, Fotos

Achtung, Geldfresser!

Ich bin heute seit Langem mal wieder in “meinem” Spielzeugladen in Ueno gewesen, und auch wenn ich sonst um “Geldfresser” lieber einen grossen Bogen mache (wenn man von der Amazon-Website mal absieht ;) ), hat es mir dieser hier echt angetan:

Facebank
Face Bank Sparschwein

Das Ding ist ein Sparschwein und heisst “Face Bank". Wenn man ein Geldstueck in die Naehe haelt, dann guckt das Gesicht in der Mitte dem Geldstueck hinterher und oeffnet den Mund. Legt man der “Face Bank” das Geldstueck in den Mund verspeist sie es mit recht realistisch aussehenden Mundbewegungen.

Hier ein Video, das ich aufgenommen habe, und wo man besser sieht, wie das Ding funktioniert:

Ich habe gerade noch ein Video im Netz gefunden:

Ich glaube, das muss ich haben… ;)

09.09.06

Permalink 21:26:42, von admin, 673 Wörter, 2905 Ansichten  
Kategorien: Everyday Life, Fotos, Nicht so Lustiges

Japanische Supermücken und andere Gemeinheiten...

Da ich sonst ja ständig allen von Japan vorschwärme, werde ich heute aus aktuellem Anlaß und quasi als Gegengewicht mal auflisten, was einen an Japan gelegentlich so richtig nerven kann ;)

kleine, fiese, gemeine Supermücken
Mit dieser Spezies habe ich gestern Bekanntschaft gemacht, als ich auf meine Kollegen gewartet habe, mit denen ich Badminton spielen wollte. Im Dunkeln vor dem hell erleuchteten Eingangsbereich der Turnhalle müssen offensichtlich einige dieser freundlichen Tierchen Lust auf ein wenig Abwechslung gehabt haben, so daß ein bißchen Ausländerblut wohl gerade richtig kam... Das Resultat sind etwa zehn riesige, rote Mückenstiche mit 2-4 Zentimetern Durchmesser, die auch noch echt fies jucken. Deutsche Mücken mögen mich in der Regel sowieso nicht, aber wenn sich denn mal eine zu mir verirrt, dann sind die Stiche in der Regel kaum zu sehen... Auf diese "Supermücken" könnte ich gut und gerne verzichten, aber immerhin haben sie mir den Anlaß gegeben, hier mal wieder ein bißchen was zu schreiben.

Erdbeben und ein besonders fieses Tierchen
Noch etwas, auf das ich gut und gerne verzichten könnte, sind die Erdbeben, die Japan mit schöner Regelmäßigkeit heimsuchen. Daran schuld ist übrigens er: Der Erdbebenfisch
Ein japanischer Mythos besagt, daß im Erdinneren ein gigantischer Katzenfisch lebt, der dafür verantwortlich ist, daß es gelegentlich wackelt. Auch wenn dieser Mythos irgendwie netter ist, als die übliche Geschichte von aneinander reibenden tektonischen Platten, kann ich mich mit den Erdbeben hier noch nicht wirklich anfreunden.

Glibberzeugs und Essen mit Augen
Nicht ganz so nervig, weil man ihm in den meisten Fällen gut aus dem Weg gehen kann, wenn man nicht gerade von netten Kollegen eingeladen wird, ist Glibberzeugs, das es in allen Variationen in Japan gibt. Ich liebe Fisch, sowohl gebraten, als auch roh und auch sonst ist die japanische Küche wirklich super, aber manchmal überkommt einen dann doch das Gruseln:
Glibberzeugs
Essen, das noch Augen hat, mag ich irgendwie gar nicht - und Glibberzeugs auch nicht - aber Glibberzeugs mit Augen, wie im Bild oben, ist echt zuviel! Diese kleinen Fischchen in verschiedenen Größen findet man übrigens recht häufig in japanischem Essen... besonders nett auch in ganz klein im Reis, wo sie aussehen, wie kleine, weiße Maden... *würgs*
Eine andere Begegnung besonderer Art hatte ich vor einer Weile im Sushishop. Neugierig, wie ich war, mußte ich dort unbedingt rohe Oktopussaugnäpfe probieren. Ich sage nur, es war keine gute Idee und meiner "Ich-mag-nicht-Liste" wird ab sofort "Essen, das sich an meiner Zunge festsaugt" hinzugefügt.
Von Natto habe ich ja schonmal erzählt - glibberige, fermentierte (man könnte auch sagen, vergammelte) Sojabohnen und wann immer man mit einem Japaner essen geht, wird dieser fragen, ob man in der Lage ist, Natto zu essen, nur um dann mit befriedigtem Gesichtsausdruck zu hören, daß man SOWAS natürlich nicht essen kann... ;)
Daß Hühner-Bürzel-Spießchen ebenso wie rohes Pferdefleisch weniger glibberig, aber nicht minder eklig sind, habe ich ja bereits beim letzten Mal geschrieben. ;) Wenn ich das so lese, sollte ich mir vielleicht doch nochmal überlegen, Vegetarier zu werden - dann habe ich für solche Fälle wenigstens 'ne gute Ausrede!

U-Bahn-Kuscheln
Worauf ich mich jeden Arbeitstag morgens ganz besonders freue, ist das Gruppenkuscheln in der U-Bahn. Noch netter ist es sicher im Winter zur Erkältungssaison, aber auch im Sommer kann ich mir Angenehmeres vorstellen, als gemeinsam mit ein paar hundert schwitzenden Leuten in einem U-Bahn-Abteil eingequetscht zu werden. Das ist übrigens absolut wörtlich zu nehmen. Es gibt keine Chance, auch nur ein paar Millimeter Sicherheitsabstand zu seinem Gegenüber zu halten. Die Packungsdichte ist so hoch, daß man sich nicht mehr festhalten muß, weil es einfach keinen Platz gibt, um umzufallen und gelegentlich verirren sich fremde Hände mal mehr mal weniger absichtlich an Stellen, wo sie nichts zu suchen haben... *grrr* Allerdings ist der Straßenverkehr in Tokyo auch nicht angenehmer und schneller schon gar nicht, so daß ich meinem Auto gar nicht nachzutrauern brauche... Tokyo ist einfach hoffnungslos überfüllt.

05.09.06

Permalink 21:23:15, von admin, 450 Wörter, 8503 Ansichten  
Kategorien: Everyday Life, Fotos, Reiseberichte

Nikko

Hallo!

Ich hatte ja versprochen, hier noch etwas über meinen Ausflug nach Nikko mit Felix zu schreiben. Abgesehen davon, daß der Tag total verregnet war, wie man auch auf den Fotos sehen kann, und wir uns in sofern definitiv einen günstigeren Zeitpunkt hätten aussuchen können, um uns dort einen ganzen Tag aufzuhalten, ist Nikko wirklich wunderschön. Leider sehen auch die Fotos etwas unscharf und verregnet aus.

Die Schreine und Tempel in Nikko haben übrigens von der UNESCO den Status eines Weltkulturerbes erhalten... :)

Die meisten, die das hier lesen, werden wohl diese drei Gesellen kennen. Mir war allerdings bis zu meinem Besuch in Nikko nicht bewußt, daß diese drei Affen, die nichts (Böses) sehen, nichts (Böses) hören und nichts (Böses) sagen wollen, tatsächlich ihren Ursprung in Nikko haben:
Die drei Affen
Die folgenden Bilder sind am Toshogu-Schrein gemacht, dem größten Schrein auf dem Gelände:
Eins der kleinen Nebengebäude:
Vor dem Toshogu Schrein
Der Eingang zum Toshogu Schrein:
Eingang vom Toshogu Schrein
Noch ein kleines Nebengebäude:
Am Toshogu Schrein
Vom Eingang des Toshogu-Schreins in den Vorplatz:
Am Toshogu Schrein

Eine weitere Sehenswürdigkeit von Nikko ist die "Nemuri Neko", also die schlafende Katze. Der Künstler, Hidari Jingoro scheint in Japan einen gewissen Bekanntheitsgrad zu haben, auf jeden Fall waren die Schlangen von Leuten, die unbedingt ein Foto machen wollten, recht lang. Daß ich mich dem natürlich auch nicht erwehren konnte, steht außer Frage, oder? ;)
Nemuri Neko
Tatsächlich ist die Nemuri Neko übrigens ziemlich klein und unscheinbar. In dem Gebäude gibt es sicher 20 oder 30 weitere Tierskulpturen an der Wand, aber nur diese eine erfreut sich so überschwänglicher Beliebtheit.

Im gleichen Gebäude befindet sich der Durchgang zum Grab des Shogun Tokugawa. Um dort hinzukommen, muß man allerdings ein ganzes Stück bergauf laufen:

Weg zum Tokugawa Grab

Trotz Regens konnte man Leute beobachten, die die Anlagen um die Schreine herum gepflegt haben. Da ich das Bild irgendwie mag, zeige ich es hier, obwohl die anderen Sehenswürdigkeiten sicher spannender sind ;)
Unkraut Zupfen

Das hier ist das Hauptgebäude des Rinoji-Tempels. Leider durfte man innen nicht fotografieren.
Drei Buddhas
Auf dem Rückweg mußten wir dann noch eine Weile am Bahnhof auf unseren Zug warten und sind deswegen noch in der Innenstadt von Nikko herumgelaufen:
Nikko Innenstadt

Ein weniger erfreuliches Erlebnis war der Yakitori-Laden, in dem wir unser Abendessen genießen wollten. Neben anderen Hühnerteilen, die bereits nicht extrem lecker waren, hatten wir versehentlich Hühner-Bürzel-Spießchen bestellt... und nein, die waren gar nicht lecker! *würgs* Das passiert, wenn einem Japaner auf Englisch erklären wollen, was genau die einzelnen Teile sind, die auf der Karte stehen. Ich bezweifle zwar, daß ich es auf Japanisch besser verstanden hätte, aber dann hätte ich es vermutlich wenigstens nicht probiert ;)

12.07.06

Permalink 22:08:51, von admin, 285 Wörter, 2441 Ansichten  
Kategorien: Everyday Life, Fotos

Eingezogen.... :)

Hallo!

Mittlerweile bin ich endlich richtig eingezogen... Vorletzten Samstag sind meine Möbel gekommen und ich habe knapp sechs Stunden gebraucht, um alles zusammenzubauen, aber es hat tatsächlich ganz Ikea-untypisch nicht eine einzige Schraube gefehlt, ich habe mit einigen Verrenkungen alles alleine aufgebaut bekommen und es ist echt schön, nicht mehr auf dem Boden zu schlafen... :)
Seit Dienstag letzter Woche habe ich auch Telefon, das außerhalb Tokyos allerdings eh extremst teuer ist, wenn man deutsche Verhältnisse gewohnt ist. Eine Minute nach Deutschland kostet umgerechnet knapp 70 Cent, wenn ich die unangenehme Überraschung aus dem letzten Jahr noch richtig in Erinnerung habe! (Wie gut, daß es Skype gibt ;) )

Hier noch ein paar Eindrücke, wie es hier direkt nach dem Aufbauen aussah:

Meine neue Wohnung in Pappkartons:
Vorher

Schreibtisch:
Schreibtisch

... und Bett (und vollgepackte Regale, weil ich nach dem Aufbauen irgendwie keine Lust mehr dazu hatte, auch noch alles zurück an seinen Platz zu räumen. Das ist dann im Laufe der letzten Tage passiert):

Bett

... so, und ab jetzt geht es in diesem Blog wieder mehr um Japan als um mich, hoffe ich. Ist manchmal nicht so ganz einfach, eine vernünftige Balance zu finden, auf der einen Seite die Leute auf dem Laufenden zu halten, die eigentlich nur wissen wollen, wie's mir gerade so geht, und was ich mache, und auf der anderen Seite ein bißchen was über die interessanten und ungewohnten Seiten dieses Landes zu schreiben. Aber immerhin wißt ihr jetzt, wie eine (vielleicht mit Ikea-Möbeln nicht ganz typisch) japanische Wohnung aussieht ;)

... und falls ich mich die nächsten 2 1/2 Wochen nicht melden sollte, bitte nicht wundern... Felix kommt mich aus Deutschland besuchen, da werde ich sicher viel unterwegs sein! :)

17.06.06

Permalink 23:00:55, von admin, 182 Wörter, 3681 Ansichten  
Kategorien: Everyday Life, Fotos

Wohnungs-Fotos

Hier die ersten Fotos aus meiner neuen Wohnung:

So sieht's aus, wenn man an der Eingangstür steht:
vom Eingang aus

Das ist der Blick aus meinem Kleiderschrank in mein Zimmer:
Blick ins Zimmer

Ich habe die anderen Fotos auf eine separate Seite ausgelagert, damit man nicht so lange scrollen muß bis zum nächsten Beitrag. Wer die anderen Fotos sehen will, bitte auf den Link unten klicken:

Lies mehr! »

04.05.06

Permalink 23:44:36, von admin, 293 Wörter, 2471 Ansichten  
Kategorien: Everyday Life, Fotos, Reiseberichte

Odaiba

Heute war ich (genauso wie unzählige Japaner) in Odaiba. Odaiba scheint eins der beliebteren innerstädtischen Ausflugsziele zu sein und da Golden Week ist, war es vor allem unglaublich voll. Von Shimbashi aus fahren führerlose Hochbahnen (Yurikamome, für alle, die vielleicht selbst einen Ausflug nach Odaiba planen) alle paar Minuten zur Station Daiba, von der aus alle interessanten Ecken von Odaiba leicht zu erreichen sind.

Odaiba ist eine künstlich aufgeschüttete Insel in der Bucht von Tokyo. Es gibt einen kleinen Strand und ein großes Einkaufszentrum und außerdem das Fuji Television Zentrum, dessen Bild der ein oder andere sicher schon einmal gesehen hat:

Fujitv

Außerdem steht in Odaiba eine Lady herum, die die meisten wohl eher in New York einsortieren würden:

Freiheitsstatue

Ja, Tokyo hat tatsächlich eine eigene Freiheitsstatue - übrigens ein Geschenk aus Frankreich, genau wie das Original in New York.

Wo wir schonmal dabei sind - Im Hintergrund sieht man übrigens den Tokyo Tower, der nach dem Vorbild des Pariser Eiffelturms konstruiert ist, und diesen auch noch um 20 Meter überragt. Über die (aus Luftsicherheitszwecken notwendige) Farbgebung kann man allerdings streiten. Der Tokyo Tower ist nämlich komplett in Rot-Weiß gehalten und sieht daher aus, wie eine Kreuzung zwischen Eiffel- und Leuchtturm.

Die Brücke, die Odaiba mit dem Festland verbindet, ist die Rainbow Bridge. Hier nochmal ein besseres Foto:
Rainbow Bridge

Nachdem ich eine Weile in Odaiba und im dortigen Einkaufskomplex herumgelaufen bin (Das Fuji-TV-Zentrum habe ich mir diesmal gespart, weil ich es mir schon im letzten Jahr angesehen hatte), habe ich mich entschieden, diesmal nicht mit der Yurikamome, sondern mit dem Schiff zurückzufahren:

Rückweg mit dem Schiff

Alles in allem ein wirklich netter Ausflug und so langsam kann man hier in Tokyo im T-Shirt herumlaufen, weil es endlich warm wird.

03.05.06

Permalink 23:41:54, von admin, 299 Wörter, 2459 Ansichten  
Kategorien: Everyday Life, Fotos

Golden Week!

Auch dieses Jahr ist in Japan von Ende April bis Anfang Mai natürlich wieder Golden Week, also fast eine Woche frei. Ich war Montag zwar den ganzen Tag in der Firma und Dienstag den ganzen Tag in der Uni, aber ansonsten genieße ich die freie Zeit, komme hoffentlich endlich dazu, allen Leuten Mails zu schreiben, die ich in den letzten Wochen unfreiwilligerweise vernachlässigt habe und abgesehen davon habe ich endlich mal Zeit, dieses Blog hier zu aktualisieren.

Den freien Tag heute habe ich genutzt, um ein wenig in Tokyo unterwegs zu sein. Mittags bin ich nach Shinjuku gefahren, weil die Miete für den nächsten Monat noch bezahlt werden wollte. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, im April noch ein Appartement zu finden, aber irgendwie hat mir absolut die Zeit für die Wohnungssuche gefehlt, also geht noch eine Monatsmiete an Sakura House und ich hoffe, bis zum nächste Monat schaffe ich den Auszug endlich, denn für den Preis, den ich monatlich zahle, bekommt man auf dem freien Wohnungsmarkt einfach was Netteres. :)
Danach war mir irgendwie nach Lärm machen (bei den dünnen Wänden hier in der Wohnung hört man leider jeden Atemzug) und ich bin erstmal für 'ne Stunde in einen von den zahlreichen Karaoke-Läden gegangen. Ist ein relativ preiswertes Vergnügen und wenn keiner zuhört isses auch nicht so peinlich... ;)

Das hier sind übrigens ein paar Fotos von der Gegend, in der ich wohne:
Die Einkaufsstraße, wo ich jeden Tag langlaufe, wenn ich zu meiner Wohnung will:
Kanda

Ein in die Hauswand eines Restaurants eingelassenes Aquarium mit giftigen Kugelfischen.
Fugu

... und der Blick aus meinem Fenster:
Blick aus dem Fenster

Leider habe ich vergessen, das Haus hier mal von außen zu fotografieren, aber das hole ich auf jeden Fall nach.

10.04.06

Permalink 23:55:47, von admin, 490 Wörter, 2322 Ansichten  
Kategorien: Everyday Life, Fotos

Gestern bin ich also vom Hotel ins Sakura Haus umgezogen, und ich muß sagen, ich gewöhne mich daran. Immerhin habe ich festgestellt, daß es auf den anderen Etagen "normale" Toiletten gibt, und nicht nur so ein provisorisch mit irgendeinem Plastikaufbau "verwestliches" japanisches Modell Marke "Loch im Boden". Zur Erklärung ist dieses Bild vielleicht anschaulich, das ich von einer japanischen Webseite geklaut habe:

toilette

Bettwäsche habe ich auch gefunden, wenn auch zu einem Preis, von dem ich hier lieber nicht reden will, und für die Zukunft habe ich von den netten Leuten bei www.embjapan.de und von meinen Mitbewohnern ein paar Tips bekommen, wo man einkaufen kann.

Um Euch einen Eindruck von dem Haus zu verschaffen, hier ein paar Fotos, die allerdings vorteilhafter aussehen, als die Realität:

sakura1
sakura2
sakura3

Heute war dann mein erster Tag in der Uni. Morgens habe ich mir die wichtigsten Informationen und meine "NII-Eintrittskarte" geholt, nachdem ich zuvor ein klassisches Henne-Ei-Problem zu lösen hatte. ;) Um in das Gebäude reinzukommen und die Karte abzuholen brauchte ich nämlich, wie der Herr am Eingang mir erklärt hat, na was wohl? - Die Karte... (oder einen Termin, die dort unten im Kalender eingetragen ist) Nach einigem Rumdiskutieren habe ich ihm dann erklärt, daß ich ab morgen dort studiere und nachdem er dann noch mit einem Kollegen diskutiert hat, durfte ich endlich rein. Die Dame, die für uns ausländische Studenten zuständig ist, hat mir dann so einiges erklärt und mir hinterher das Büro und den Platz gezeigt, wo ich sitzen werde und alles, was das Leben an der Uni angenehm machen kann. Danach hat sie mich zu meinem Betreuer hochgebracht. Nach einem ausgiebigen Gespräch bin ich dann weiter zum Chioda City Office, um meine Alien Registration Card zu beantragen und mich in die nationale Krankenversicherung aufnehmen zu lassen.

Nachmittags um 4 war dann die "Orientation" und eine kleine Willkommensparty. Ich hatte ja eigentlich vermutet, daß bei einem internationalen Kurs diese Dinge auch auf Englisch durchgeführt werden, aber weit gefehlt. Meine Japanischkenntnisse wurden heute dann doch auf eine ziemlich harte Probe gestellt. ;) Ist aber auch gut so, denn ich bin fest entschlossen, meine Sprachkenntnisse möglichst schnell zu verbessern. Die Vorlesungen werden dann aber tatsächlich auf Englisch sein...

Was die Situation in der Uni angeht, könnten sich deutsche Unis daran wirklich ein gutes Beispiel nehmen. Die Graduate Schools in Deutschland gehen zwar ein bißchen in die gleiche Richtung, aber die Betreuungssituation, die Umgebung und alles, was so an Ressoucen zur Verfügung steht und bei Bedarf zur Verfügung gestellt wird, ist schon optimal und hat mich heute echt in Staunen versetzt.

Ich habe leider nur ein ziemlich unscharfes Foto von der Willkommensparty:

welcomeparty

Nach der Party habe ich mit meinem Betreuer noch die Vorlesungen durchgesprochen, die ich dieses Semester hören werde, die Software für meine PCs bekommen, und ab morgen geht es dann richtig los.

08.04.06

Permalink 23:21:15, von admin, 1153 Wörter, 2619 Ansichten  
Kategorien: Everyday Life, Fotos

Zurück in Japan

Ich bin wieder in Japan. Irgendwie ging in den letzten Wochen plötzlich alles ganz schnell. Kaum war das Visum am Freitag ausgestellt, bekam ich Montags schon eine Mail von der Uni mit meinen Flugdaten und Donnerstag abends ging es dann los.

Erstmal bin ich mit meinen Eltern Nachmittags um 1 Richtung Marburg gefahren, von da dann in den Zug nach Frankfurt.

Marburg

Am Flughafen mußte ich erstmal zittern, ob ich den Koffer mit 5 Kilo Übergewicht an den netten Damen vom Checkin vorbei bekomme, aber dort hat man sich für das Gewicht meines Koffers anscheinend gar nicht interessiert. Zumindest konnte ich nicht feststellen, daß die Frau überhaupt in Richtung der Waagen-Anzeige geschaut hätte. Nach dem, was ich sonst so gelesen habe, scheint JAL generell ziemlich kulant zu sein, was Übergepäck angeht...

Flughafen

In der Wartehalle saß ich zunächst alleine mit gut 200 Japanern - im Laufe der Zeit tauchten noch 4 weitere Ausländer auf, aber ansonsten waren fast nur Japaner da. Um halb 9 durften wir dann in den Flieger steigen und waren um viertel nach 9 in der Luft. Nach einem langen, langweiligen Flug (immerhin Non-Stop - der Uni, die mir auch die Flugtickets spendiert hat, sei Dank!) bin ich dann um 15:30 Tokyoter Ortszeit gelandet.

Tokyo1
Tokyo2
Tokyo3
Tokyo4

Hier stellte es sich dann als positiv heraus, daß außer mir kaum Ausländer im Flieger waren, denn so ging es an der Immigration viel schneller, als beim letzten Mal, wo ich mit British Airways geflogen bin.

Auch alles Weitere lief unproblematisch. Am Flughafen habe ich gleich ein Ticket für den Skyliner nach Nippori gekauft, dort tatsächlich im Chaos meines Handgepäcks meine Suica-Karte vom letzten Mal gefunden, so daß ich einfach mit der Straßenbahn nach Kanda weiterfahren konnte. Lustig waren vor allem die Treppen an der S-Bahn, wo ich meinen Koffer rauf- und runterwuchten durfte - also lustig für die Japaner, die sich das angeguckt haben, und sich ein Grinsen nicht verkneifen konnten... Ob es wohl irgendwo einen Aufzug gab, den ich übersehen habe? Vielleicht irgendwie gleich nebenan, oder so? Vielleicht finden Japaner es aber auch einfach nur lustig, einem merkwürdigen Gaijin dabei zuzusehen, wie er seine Koffer schleppt... ;)

In Kanda war ich dann schier erschlagen von den Menschen und den Geschäften und den Leuchtreklamen. Irgendwie hatte ich beim Buchen gar nicht nachgesehen, was Kanda überhaupt für eine Gegend ist, weil alles von einem auf den anderen Tag gehen mußte, und hatte gedacht, das könnte eine "normale" Wohngegend sein. Das Hotel (Sun Hotel Kanda - wirklich zu empfehlen!) habe ich wider Erwarten aber innerhalb von 10 Minuten gefunden, ohne mich zu verlaufen und bin dann gleich in mein Zimmer. Direkt gegenüber dem Hotel zwischen den Hochhäusern ist übrigens dieses Mini-Schreinchen:

Schreinchen

Den Versuch, es Abends noch zur Uni zu schaffen, mußte ich relativ schnell aufgeben, weil in der JR-Station Kanda, wo ich angekommen war, nur ein rein mit Kanjis geschriebener Liniennetzplan war, Jinbouchou natürlich keine JR-Station ist, und ich keine Ahnung hatte, wo ich in eine der U-Bahnen nach Jinbouchou hätte umsteigen können. (und natürlich auch den Eingang zur Metro-Staton Kanda übersehen habe) Für die, die es nicht wissen, oder die, die diese leidvolle Erfahrung noch nicht selbst machen mußten: Es gibt in Tokyo verschiedene Bahngesellschaften - unter anderem die von JR betriebenen S-Bahnen und die von Tokyo Metro betriebenen U-Bahnen. Die Stationen haben zwar häufig die gleichen Namen, das heißt aber nicht, daß es sich um die gleiche Station handelt. Das heißt genaugenommen nichtmal zwangsläufig, daß die Stationen nah beieinander liegen.

Bin dann zurück zum Hotel, habe meinen Internetanschluß eingerichtet, mich bei allen gemeldet, die auf ein Lebenszeichen von mir gewartet haben, und bin dann irgendwann todmüde eingeschlafen, irgendwann wieder wach geworden, den Computer eingeschaltet, weil ich meinen Schatz so vermißt habe, hoffte, daß er noch im Netz ist, dann irgendwann wieder eingeschlafen und bis 12 gepennt.

Hier für die ganz Neugierigen noch ein paar Blicke in mein Hotelzimmer, das ich leider morgen verlassen muß:

Hotel2
Hotel3
Hotel4
Hotel5

...und in die Automatenecke im Hotel:

Hotel1

Heute habe ich dann zuerst in Shinjuku den Schlüssel für meine Übergangswohnung geholt, mir dann noch einen sündhaft teuren Fön gekauft, weil in der Wohnung keiner drin ist, und bin zurück nach Kanda gefahren, um mir die Wohnung anzusehen. Nach kurzem Suchen hatte ich die Wohnung dann sogar gefunden (vielleicht 100 Meter vom Hotel entfernt), bin todesmutig hineingegangen und bei einem Schritt in die Küche ob des Geruchs beinahe rückwärts wieder aus der Tür gefallen... Letztendlich habe ich mich dann aber doch in mein Zimmer gewagt, und es ist besser, als die Küche es erwarten ließ! Immerhin gibt es eine recht neue Klimaanlage, einen kleinen Schreibtisch und einen Stuhl, der aber höchstens das Gewicht eines Durchschnitts-Japaners vertragen wird, Außerdem gibt es ein schönes, großes Bett und am wichtigsten natürlich das Loch in der Wand, in das ich mein Netzwerkkabel stecken kann, um mit dem Rest der Welt verbunden zu bleiben. Die Tür von meinem Zimmer läßt sich abschließen, so daß sich mein armer, kleiner Aibo auch nicht vor Dieben fürchten muß, wenn ich nicht zu Hause bin. Morgen gibt es auch noch Fotos! Das Einzige, was wirklich unbedingt sein muß, ist eigene Bettwäsche... Es ist zwar welche auf dem Bett aufgezogen, aber obwohl sie angeblich frisch gewaschen ist, und auch so riecht, sieht sie so aus, als hätte sie die Urgroßmutter des Besitzers aus dem Fundus ihrer Kindheitssouvenirs gestiftet, oder so...

Naja, mit dem festen Vorsatz, neue Bettwäsche zu besorgen, bin ich dann zunächst durch Kanda gelaufen, konnte aber beim besten Willen kein passendes Geschäft oder einen Depaato finden. Danach bin ich weiter nach Akihabara, wo ich immerhin meine beiden Lieblings-Grammatik-Bücher gefunden und gleich mitgenommen habe, bei der Suche nach einem Depaato, der nicht nur Elektronikkrams führt, allerdings auch erfolglos geblieben bin. Um auf Nummer sicher zu gehen, bin ich also zurück nach Shinjuku. Immerhin kannte ich da gleich zwei Depaatos, auch wenn ich dort bisher noch nie drin war... Mir schwante schon Böses, als ich im Aufzug feststellte, daß eine nette, uniformierte und behandschuhte, superhöfliches Keigo redende Dame die Aufzugknöpfe für die Besucher bediente und in der Abteilung für Bettwäsche angekommen, wurde meine Vermutung bestätigt. Es gab ausschließlich Markenzeugs von Yves Saint Laurent & Co. und nachdem mir 30 Euro alleine für einen Kopfkissenbezug eindeutig zu teuer waren, habe ich den Laden unverrichteter Dinge wieder verlassen. Immerhin habe ich woanders noch einen Rucksack und einen Schirm gefunden, die ich dringend gesucht hatte, und bin dann nach einem kurzen Abstecher zum Ramen-Essen wieder ins Hotel zurückgegangen. Noch ein bißchen chatten, Koffer wieder einpacken, damit ich morgen umziehen kann, und jetzt bin ich müde genug, um endlich zu schlafen....

11.06.05

Permalink 22:21:46, von admin, 178 Wörter, 2293 Ansichten  
Kategorien: Everyday Life, Fotos

Grau in grau...

Extra für diejenigen, die mich gefragt haben, wie es in Japan denn so ist, während der Regenzeit, hier mal ein paar "nette" Fotos, die ich heute Nachmittag gemacht habe. Geregnet hat es übrigens nicht, aber der "Gemütlichkeitsfaktor" hält sich irgendwie trotzdem in Grenzen, finde ich...

Die ersten beiden Fotos sind vor meiner Wohnungstür im zweiten Stock entstanden:
regen 1
regen 2
Das hier ist der Blick aus meiner Haustür...
regen 3
...und hier stehe ich vor dem Bahnhof
regen 4
Das letzte Foto ist der Rückweg vom Bahnhof zu meiner Wohnung... In Realität war der Himmel übrigens noch ein bißchen dunkler... ;)
Regen 5

Naja, so komme ich wenigstens endlich dazu, mich mal in Ruhe ein Wochenende mit meiner weiteren Zukunftsplanung auseinanderzusetzen, meinen CV fertig zu machen und diverse andere Dinge, die ich eigentlich schon längst hätte erledigt haben wollen... Hat also auch sein Positives, das miese Wetter, denn ansonsten hält mich im Moment einfach wenig an einem Wochenende in der Wohnung. Dafür gibt es hier in Japan einfach viel zuviel zu sehen und zu erleben! ;)

03.05.05

Permalink 23:07:10, von admin, 959 Wörter, 2512 Ansichten  
Kategorien: Fotos, Reiseberichte

Überall Japaner!

Auf den heutigen Tag hatte ich mich irgendwie schon die ganze letzte Woche gefreut, denn im Terminkalender stand für heute "Ausflug nach Kamakura mit Yukari" :)
Pünktlich um 10 haben wir uns also am Bahnhof getroffen und bereits auf dem Bahnsteig ahnte ich Böses, denn so viele Leute stehen normalerweise nicht in Atsugi am Bahnhof herum. Von Atsugi ging es dann erstmal Richtung Sagami-Ono und dann nach Enoshima und wir hatten Glück, daß wir so gerade noch einen Sitzplatz ergattern konnten, so daß wir uns während der Fahrt nett und die meiste Zeit sogar ohne Zuhilfenahme des Wörterbuchs unterhalten konnten.

Vor der Weiterfahrt nach Kamakura hatten wir einen kurzen Zwischenstop in Enoshima geplant. Das ist eine kleine Insel, auf der neben wunderschönen Tempeln und Schreinen auch eine ausgedehnte Felsenhöhle gibt, zu der man mit einem Boot hinfahren kann.
Zunächst wollten wir uns die Schreine ansehen, so daß wir - zusammen mit einigen hundert Japanern, die das gleiche Ziel hatten, die Treppen bis zum Schrein hochstiegen.

Was mich im ersten Moment verblüfft hat, ist, daß der Berg nicht nur mit Treppen sondern zusätzlich mit Rolltreppen nach oben versehen war, deren Benutzung man allerdings teuer bezahlen durfte. Ich bekomme eigentlich selten meine "sowas gibt's auch nur in Japan"-Anfälle, aber den Anblick fand ich einfach zu ungewöhnlich. Man muß sich das vorstellen, wie die Rolltreppen in jedem X-beliebigen Departementstore - ein wenig überdacht, aber ansonsten eben normale Rolltreppen, die den Berg hinauffahren.

Oben angekommen konnte man verschiedene Schreine ansehen, sowie die obligatorischen Wunsch-Brettchen, die ich bereits bei meinem Ausflug zum Tokyoter Meiji-Schrein gesehen hatte. Einen großen Unterschied gab es allerdings - Während am Meiji-Schrein jede Menge Brettchen in "ausländisch" beschriftet waren, konnte man hier fast nur japanische Wünsche lesen - überhaupt war ich recht erstaunt, unter so vielen Touristen kaum Ausländer zu finden. Immerhin haben Yukari und ich dann noch ein Brettchen gefunden mit dem Wunsch, zur Fußball-WM nach Deutschland fliegen zu können... ;) So funktioniert das also mit der Religion in Japan! Wollen wir hoffen, daß die japanischen kamisama (Götter) dem Schreiber wohlgesonnen sind.

Nachdem wir eine ganze Weile die verschiedenen Bauwerke betrachtet hatten, wollten wir so langsam weiter in Richtung Kamakura, aber erstens kommt es anders und zweitens... naja, ihr wißt schon..
Am Ende der Brücke angekommen, die uns zurück aufs Festland führen sollte, zog ein Bootsstand unsere Aufmerksamkeit auf sich. Für nur 300 Yen sollte man zur Rückseite der Insel fahren können, um dort die Felsenhöhle zu besichtigen oder zu angeln.
Gesagt getan. Nach einer halben Stunde waren wir auf dem Boot und fünf Minuten später am anderen Ende der Insel. Was wir dort erblickten, sollte uns eine weitere Stunde unseres Kamakura-Aufenthalts kosten: Die Schlange, in der wir auf der anderen Seite bereits eine halbe Stunde gewartet haben, war hier mindestens 5 Mal so lang! Trotzdem entschlossen wir uns, die Höhle zu besichtigen, um dann den Fußweg, einmal quer über die Insel anzutreten. (erwähnte ich schon, daß die Insel aus einem einzigen Berg besteht, und der Fußweg genau einmal mitten drüber geht?) Da wir nicht die einzigen waren, die sich der langen Warteschlange am Bootssteig entziehen wollten, ging es allerdings auch auf dem Fußweg nur im "Warteschlangentempo" weiter. Nach einer guten Stunde hatten wir es dann endlich geschafft und liefen in Richtung "Enoden". Immerhin war die Landschaft und der Ausblick wirklich toll und die Unterhaltung ebenfalls nett, so daß ich die Wanderung trotz allem irgendwie genossen habe. ;)

Es war mittlerweile halb 4 Nachmittags und so langsam war uns beiden nach Mittagessen. Nachdem wir an dem Restaurant, wo wir uns zunächst angestellt hatten, allerdings erfuhren, daß es noch etwa eine Stunde dauern würde, bis wir an die Reihe kommen, zogen wir es vor, mit knurrendem Magen die "Enoden" (Enoshima Densha? = Enoshima-Bahn) zu besteigen.

Spätestens hier überfiel mich dann allerdings ein erster Anflug von "Kulturschock" und der Frage "wie halten die Japaner das aus und nennen das auch noch Urlaub?". Nachdem die erste Bahn bereits weggefahren war, weil es schlichtweg nicht mehr möglich war, noch mehr Leute in einem Abteil zu komprimieren, ohne ernsthafte Schäden an Leib und Leben zu verursachen, konnten wir in die zweite Bahn dann fast als erste einsteigen, aber es war tatsächlich eine "Packungsdichte" erreicht, wo es schlichtweg nicht mehr notwendig war, sich irgendwo festzuhalten, weil es völlig unmöglich war, in irgendeine Richtung umzukippen (oder sich anderweitig zu bewegen). Hiermit nehme ich alles zurück, was ich jemals über volle Züge nach Tokyo gesagt habe!!!

Immerhin kamen wir nach endlosen Minuten in Kamakura bzw. einem Vorort von Kamakura an, wo wir nach einem sehr leckeren Okonomiyaki-Mittagessen (um 5 Uhr) dann zumindest noch den Daibutsu gesehen haben. Der Daibutsu ist eine riesige Buddha-Statue, für die Kamakura sehr bekannt ist und die ich eigentlich von allen Sehenswürdigkeiten, die es in Kamakura so geben soll, am meisten sehen wollte :) .

Der Anblick des Daibutsu hat übrigens nicht nur mich fasziniert, wie das folgende Bild zeigt ;):

Danach ging es dann zurück Richtung Bahnhof - erstmal in die falsche Richtung, so daß wir von der eigentlichen Stadt Kamakura immerhin noch den Bahnhof gesehen haben ;). Dadurch hatten wir aber Glück, noch einen Sitzplatz in der Enoden zu bekommen, die dort eingesetzt wurde, was ich ziemlich praktisch fand, denn der "Zerquetschtwerd-Faktor" war für die Leute, die stehen mußten, sicher nicht deutlich geringer, als bei der Hinfahrt.

Irgendwann kamen wir dann wieder in Atsugi an, und ich kann nur sagen - trotz kleinerer Pannen ein toller Tag mit vielen, vielen "Japan-Erlebnissen", den ich garantiert so schnell nicht vergessen werde und die beste Reiseführerin der Welt.. :)

19.04.05

Permalink 21:21:35, von admin, 662 Wörter, 2535 Ansichten  
Kategorien: Everyday Life, Fotos

Zurück aus Tokyo

Wie bereits am Montag geschrieben, habe ich mich mich heute mit Christine und ihrem Mann in Tokyo, genauer gesagt am Ueno Park getroffen. Es war wirklich nett mit den beiden - tanoshikatta! - und ausserdem habe ich es genossen, mal mit jemand anderem, als dem Telefonhoerer deutsch zu reden, ohne darauf zu achten, "ordentlich" und grammatisch halbwegs korrekt zu sprechen, wie ich es zumindest versuche, wenn ich mich mit Yukari unterhalte. Um es kurz zusammenzufassen - es war ein paar richtig, richtig nette Stunden!

Zunächst sind wir eine Weile in Ueno herumgelaufen, um an den dort aufgebauten Fischstaenden getrocknete Kraken, rote rohe Riesententakel und andere japanische Köstlichkeiten anzusehen. Besonders interessant finde ich ja die ganzen Viecher, die Tentakel und Saugnaepfe haben und die riesigen Oktopusarme, die dort einzeln verkauft wurden. Ich gebe zu, irgendwie hat es mich dann doch nicht sooo gereizt, dort etwas zu kaufen, aber zum Fotografieren bot sich die Szenerie geradezu an:

Kraken

noch mehr kraken

Ansonsten scheint die Ecke dort ziemlich auf Gaijins ausgerichtet zu sein. Es gab T-Shirts bis Groesse XXL mit den Kanjis fuer "Japan" aufgedruckt, und auch sonst vieles, was wohl eher fuer Touristen interessant ist, als fuer Japaner.

Der Ueno Park selbst ist riesig, aber die Kirschbluete war schon so gut wie vorbei und ausserdem war Akihabara sowieso viel spannender, so dass wir nach einem kurzen Zwischenstop bei Starbucks mal wieder an meinem absoluten Lieblingsplatz in Tokyo landeten. Wie mir aufgefallen ist, ist Akihabara ausserdem DER Ort fuer "Engrish"-Fans (www.engrish.com), denn es gibt dort "Engrish" wo auch immer man hinsieht. Mein heutiger Favorit war eine Aufforderung, in einem Geschäft nicht zu fotografieren, die so schräg war, daß ich sie leider jetzt nicht mehr wortwörtlich wiedergeben kann. Aber ich denke "Inside of the shop, taking photos please withhold" trifft es ganz gut... Aber auch die Beschreibung dieser unglaublich "kawaii"en Plastikpueppchen hat es in sich:

Engrish vom feinsten

Gegen drei Uhr nachmittags haben sich die beiden dann wieder auf den Weg zum Hotel gemacht, weil der Jetlag ganz offensichtlich seinen Tribut gefordert hat, und ich bin noch ein Weilchen durch Akihabara gestreift. Ich glaube, so langsam kenne ich dort wirklich jede Ecke und jeden Laden! Als ich mich schon auf den Heimweg machen wollte habe ich ein verdammt gutes Angebot fuer einen PDA gesehen, den ich schon laenger haben wollte, und das meine Plaene von wegen "Frueh nach Hause und vielleicht nochmal in der Firma vorbei, um zu sehen, ob meine Trainings noch laufen" durchkreuzt hat. Ich musste eigentlich "nur" eine Filiale meiner Bank finden, da ich nicht genug Geld mitgenommen hatte, aber das gestaltete sich irgendwie bedeutend schwieriger, als erwartet. Irgenwdann stand ich dann wieder in Ueno, weil ich die ganze Strecke von Akihabara zurueck gelaufen war, aber eine Bank hatte ich immernoch nicht gefunden. Obwohl ich mir 100%ig sicher war, dass ich zumindest in Ueno das Tokyo-Mitsubishi-Bank-Logo gesehen hatte, blieb ich auch dort erfolglos und ertraenkte meinen Frust in einem Macha-Frappuchino bei Starbucks (absolut zu empfehlen, da sehr oishii), bevor ich die Suche aufgab und zurueck nach Atsugi fuhr.

Unglaublich, wie viele Japaner in ein Zugabteil passen! Gluecklicherweise hatte ich den ersten Zug ohne mich abfahren lassen, so dass ich im naechsten einen Sitzplatz bekommen habe.Denn dieses kuschelige "Wie viele Leute lassen sich verlustfrei in einem Zugabteil komprimieren"-Spielchen ist eins der Japan-Erlebnisse, auf die ich gut und gerne verzichten kann!

Gegen 8 kam ich zu Hause an, oeffnete meine Mailbox und war verdammt froh, dort keine Mail vorzufinden. :) Ich hatte einen Kollegen gebeten, mir eine Mail zu schicken, falls meine Modelle mal wieder abstuerzen, weil ich dann noch in die Firma gekommen waere, um nicht zuviel Zeit zu verlieren... Wie sich am nächsten Tag herausstellen sollte, war eins meiner Trainings zwar tatsächlich abgestuerzt, aber er wollte mir meinen freien Tag gönnen und hat netterweise, statt mir zu schreiben, das Problem selbst behoben. :) Auf jeden Fall war ich froh, den Rest des Abends gemuetlich zu Hause zu verbringen, statt vor dem Computer.

10.04.05

Permalink 23:17:09, von admin, 405 Wörter, 2445 Ansichten  
Kategorien: Everyday Life, Fotos, Reiseberichte

Blütengucken

Nachdem ich mich letzte Woche schon darauf gefreut habe, und wir dann doch nicht zum Hanami gegangen sind, waren wir heute tatsächlich unterwegs, um Picknick zu machen und Kirschblüten anzusehen.
Treffpunkt war um 12 Uhr, und da ich frisches Baguette besorgen wollte, natürlich verschlafen hatte, und der einzige französische Bäcker ein ganzes Stückchen von meiner Wohnung entfernt ist, wurde es noch recht spannend, bis ich tatsächlich fast pünktlich und mit Proviant den Treffpunkt erreichte, um dort zu erfahren (verdammt, warum gucke ich eigentlich nie auf mein Handy), daß wir uns 50 Minuten später treffen.

Yukari und ich sind dann noch in die Bücherei gegangen und haben für mich einen Büchereiausweis gemacht und waren danach noch kurz im Supermarkt, bevor wir zusammen mit Herrn und Frau Kitayama mit dem Bus zu unserem "Hanami-Platz" aufgebrochen sind. Der Platz liegt auf einem Berg, so daß man erstmal 10 schreeecklich anstrengende Minuten Treppensteigen muß, bevor man dort ankommt. Oben angekommen hatte ich zumindest für ein paar Minuten den festen Vorsatz gefasst, dringend wieder joggen zu gehen... ;)

Das hier sind übrigens die letzten Meter nach oben:
Hanami

Oben auf dem Berg befindet sich ein kleiner Schrein. Dort kann man 5 Yen in so einen Behälter werfen, dann eine Glocke läuten und sich etwas wünschen, wie mir erklärt wurde, und was ich natürlich gleich ausprobieren mußte... mal sehen, ob die japanischen Götter mir wohlgesonnen sind!

Hier sieht man den Schrein...

Schrein1

... und hier sein Innenleben

Schrein 2

Sorry, dass die Fotos ein wenig schief geworden sind:

Das Picknick war toll. Frau Kitayama kann wahnsinnig gut kochen und hat alle möglichen, leckeren, typisch japanischen Häppchen mitgebracht. Sie hat zu allem erklärt, worum es sich handelt und wie man es zubereitet, und ich habe mich total gefreut, daß ich sie fast ganz ohne Wörterbuch und mit nur wenigen hilflosen Blicken zu Yukari verstanden habe... Danach hat sie von ihrer Arbeit erzählt. Sie hat sich als Biologin mit Hydra beschäftigt, einem Meerestier, das so nette Eigenschaften besitzt, wie sich vollständig zu regenerieren, wenn man es zerschneidet, etc... War schon sehr spannend! :) Hydren können also tatsächlich das, was man mir als Kind fälschlicherweise über Regenwürmer erzählt hat...

Nachdem wir noch einige Fotos von den Kirschbäumen gemacht haben, sind wir so gegen 6 Uhr zurückgefahren... Alles in allem ein gelungener Nachmittag. :)

02.04.05

Permalink 23:40:51, von admin, 268 Wörter, 2458 Ansichten  
Kategorien: Everyday Life, Fotos, Reiseberichte

disuniirando no koto

Wie geplant war ich heute im Tokyo Disneyland. Der Tag fing ziemlich gruselig mit "Aufstehen um 6 Uhr" an, konnte also nur noch besser werden... Aber das wurde er dann auch!

Wir sind mit 7 Leuten zuerst mit dem Zug nach Shinjuku und dann mit dem Bus weiter zum Disneyland (oder Disuniirando, wie die Japaner es nennen) gefahren. Der Aufenthalt dort war alles in allem total klasse und läßt sich in einigen Stichpunkten zusammenfassen:

- Japaner sind unglaublich geduldig und/oder lieben Warteschlangen (Ich bin keine Japanerin und fand weder die 2 1/2 Stunden Warten auf eine Achterbahnfahrt noch die Warteschlangen vor Toilette und Imbisstand besonders erbaulich, aber das gehört eben dazu, wenn man in Japan einen Freizeitpark besucht ;) )

- Wer wie ein Gaijin aussieht, bekommt überall Extra-Erklärungen in Englisch...;) (Die übrigen ebenfalls größtenteils nicht Japanisch sprechenden, dafür aber asiatisch aussehenden Praktikanten mußten mit den japanischen Erklärungen vorlieb nehmen ;) )

- Fotos kann man einfach überall machen!

- Wenn man jemandem folgt, sollte man vorab sicherstellen, daß es sich auch um diejenige Person handelt, der man folgen will. (Das weiß ich, seit ich zur letzten Fahrt abends jemandem hinterhergelaufen bin, der von hinten einem aus unserer Gruppe sehr ähnelte - was ich leider erst festgestellt habe, als ich den Rest der Gruppe bereits verloren hatte. Glücklicherweise wollten wir eh eine halbe Stunde später im Bus sitzen, so daß wir uns da wiedertreffen konnten)

- Nächste Woche kaufe ich mir Mickeymausohren!

- Wenn man von so einem Trip um halb 2 Nachts zurückkommt, ist man sogar zum Telefonieren zu müde...

Soooo jaa..
Das war's für's erste... Fotos werden nachgereicht...

27.03.05

Permalink 23:37:34, von admin, 497 Wörter, 2259 Ansichten  
Kategorien: Everyday Life, Fotos, Reiseberichte

... Harajuku und Umgebung

Heute bin ich gegen Mittag mal wieder Richtung Tokyo gefahren. Diesmal hatte ich mir Harajuku als Ziel vorgenommen, weil ich mir den Meiji-Schrein ansehen wollte. In Harajuku sind mir zunächst aber erstmal ganz andere "Sehenswürdigkeiten" über den Weg gelaufen:
Cosplay
Bei den "wildesten" Kostümen hatte ich leider gerade die Kamera nicht griffbereit. :(

Naja, abgesehen davon, daß der Meiji-Schrein irgendwo in der Nähe des Bahnhofs sein sollte, wußte ich beim besten Willen nicht, wo ich nun hinlaufen sollte und entschied mich für das Naheliegendste - ich folgte einfach den Menschenmassen... Natürlich landete ich NICHT am Meji-Schrein sondern stattdessen im Yoyogi Koen (Yoyogi Park), der aber nicht minder sehenswert war. Es ist schon interessant, daß sich offenbar halb Tokyo auf diesem kleinen Fleckchen Grün versammelt, sobald die ersten Sonnenstrahlen zu sehen sind... auf jeden Fall war es bunt, laut und irgendwie cool! ;) Leider geben die Fotos das alle nicht so ganz wieder.

Yoyogi

Der Park wird allerdings nicht nur von kleinen Japanern sondern auch von riesigen Krähen bevölkert, deren Rufe überall zu hören sind. Scheu sind die "Vögelchen" auch nicht, so daß ich einem von ihnen nah genug auf die Pelle rücken konnte, um ihn zu fotografieren.

Rabe

Nachdem ich länger als geplant im Yoyogi Koen geblieben bin, da ich den Ausgang nicht auf Anhieb wiedergefunden habe, bin ich dann endlich doch zum Meiji-Schrein gekommen. Ziemlich beeindruckendes Gebäude, und ich hatte das Glück, quasi direkt in eine traditionelle, japanische Hochzeitsfeier zu geraten. (glaube ich zumindest ;) ) Besonders interessant fand ich die Kleidung, die zu diesem Anlass getragen wurde, auch wenn mittlerweile offenbar viele Japaner in der gleichen Kleidung heiraten, wie Deutsche oder Amerikaner auch... Bräutigam

Interessant fand ich auch die kleinen "Gebets"täfelchen, die gekauft und vor dem Schrein aufgehängt werden konnten und auf denen mal mehr mal weniger ernsthafte Bitten und Wünsche in allen möglichen Sprachen standen.
Bitt-Tafeln
Außerdem konnte man kleine Stoffsäckchen mit "charms" (hab das Japanische Wort schon wieder vergessen) kaufen, die Glück bringen sollten, eine glückliche Partnerschaft oder Karriere bringen sollten, sowie spezielle Stifte für das Nyugaku shiken, die Aufnahmeprüfung an Japanischen Unis... auch die bringen sicher unglaublich viel Glück.. ;) Naja, da Glück nie schaden kann und die Teile irgendwie auch eine hübsche Deko abgeben, habe ich mir so ein kleines, gelbes Beutelchen gekauft.

Später bin ich dann auch noch in einem Souvenirladen gelandet - japanischer Kitsch ohne Ende... ;) Und mein Handy ist jetzt endlich "richtig" japanisch, nachdem es mit zwei quietschrosanen, "Hello Kitty"-Anhängern verziert wurde. (Naja, hier kennt mich ja keiner ;) )

War auf jeden Fall mal wieder richtig interessant... und auf der Rückfahrt habe ich diesmal einfach einen Zug wegfahren lassen, um für den nächsten ganz vorne in der Reihe zu stehen (ach ja, in Japan stellt man sich auf dem Bahnsteig an!!), so daß ich diesmal auch sitzen konnte und nicht zerquetscht wurde... Man lernt dazu!

21.03.05

Permalink 22:08:15, von admin, 286 Wörter, 2425 Ansichten  
Kategorien: Everyday Life, Fotos, Reiseberichte

Tokyo :)

Nachdem ich mal wieder viel länger als geplant geschlafen hatte, konnte ich mich doch noch aufraffen, heute nach Tokyo zu fahren. Auf gut Glück bin ich diesmal von Shinjuku zur Haltestelle "Tokyo" gefahren, von wo man zum Kaiserpalast gehen kann. Sehr spannend war es zugegebenermaßen nicht. Schuld daran war unter anderem DIESER nette Mensch in Uniform: Torwächter
Er hat den Eingang zum Gelände bewacht, so daß man leider nicht wirklich etwas sehen konnte. Ein paar Fotos habe ich dann aber von dem Außengelände dann doch noch gemacht.

.SpringbrunnenPalast

Bin dann noch ein wenig in dem Park vor dem Kaiserpalast herumgelaufen, bevor ich mich auf den Weg Richtung Ginza gemacht habe. Dort hat mich dieses Gebäude geradezu magisch angezogen... ;) Der Laden heißt übrigens Bic Camera (Ja, das "c" stimmt so, aber fragt mich nicht, was das bedeuten soll ;) ).

BicCamera1BicCamera2

Die Außenfassade ist mit Bildschirmen ausgestattet, die ständig die Farben wechseln, wie man auf den Fotos sehen kann. Das Innenleben hielt übrigens, was die Fassade versprach und es gab auf 7(?) Etagen Unmengen Elektronik und Computerkram zu kaufen... In der untersten Etage habe ich dann tatsächlich die Kamera gefunden, nach der ich seit meiner Ankunft schon Ausschau gehalten habe, die mir aber immer zu teuer war. Dafür gab es sie heute als echtes Schnäppchen! *freuhüpf* Also - DIE ist jetzt meine:
MjuMini

Naja, ansonsten ist nicht viel passiert. Nachdem ich mich wieder bis Shinjuku durchgeschlagen hatte, durfte ich noch eine Runde im Zug "kuscheln" (klingt irgendwie netter, als "mich zerquetschen lassen"), weil es so überfüllt war, aber daran werde ich mich wohl gewöhnen müssen, falls ich nicht den Rest meiner Zeit hier in der Wohnung verbringen will

:: Naechste Seite >>

Genetix' Japan-Blog

Ich habe von Anfang Januar 2005 - August 2005 ein Praktikum in Atsugi, Kanagawa, Japan gemacht und absolviere nun mein Promotionsstudium am National Institute of Informatics in Tokyo. Ich werde hier in Zukunft alle, die es lesen wollen (oder die zufällig hier landen) mit mehr oder minder wissenswerten Informationen über das Land der aufgehenden Sonne versorgen. :)

My English short blog can be found at http://genetix.tumblr.com

For anyone interested in robots and AI-related stuff, please have a look at http://www.robotopia.de

Recently, I have also started Twittering...

| Naechste >

Juni 2017
Mo Di Mi Do Fr Sa So
 << <   > >>
      1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30    

Suche

Linkblog

Links

Sonstiges

Wer ist online?

  • Gäste: 2