Kategorie: Geeks Only

02.02.08

Permalink 09:23:20, von genetix, 38 Wörter, 6501 Ansichten  
Kategorien: Everyday Life, Geeks Only

Yesssssssssssssssss! :)

Ich muss mich nur gerade mal oeffentlich freuen, weil mein Paper fuer den WCCI ‘08 (World Congress of Computational Intelligence) in Hong Kong (Ja, genau das, was ich Neujahr irgendwann um 5 Uhr nachts eingereicht habe :no:) angenommen worden ist! :)

14.10.07

Permalink 11:23:21, von genetix, 726 Wörter, 9027 Ansichten  
Kategorien: Geeks Only, Fotos, Reiseberichte

IEEE RO-MAN '07 Tag 2-4

Da ich während der Konferenz doch nicht mehr dazu gekommen bin, ausführlicher zu berichten, und dieser Beitrag seit Anfang September halb fertig hier rumliegt, hole ich das jetzt nach, bevor ich alles vergessen habe. Alles in allem war es für mich eine echt tolle Erfahrung, und ich bin mit jeder Menge neuen Ideen und Eindrücken nach Hause geflogen, so dass ich es kaum erwarten konnte, mich wieder an meine eigene Arbeit zu setzen. :) Ein paar Fotos von der Konferenz sind übrigens auch direkt auf der Website zu finden http://www.ro-man2007.org/

Mein eigener Vortrag war am Dienstag und nachdem ich Montag noch die ganze Nacht an meinen Folien gebastelt und kaum geschlafen habe, lief das Ganze erstaunlicherweise fast problemlos - Wenn man mal davon absieht, dass ich, gnadenlos schusselig, wie man mich kennt :oops:, in der Aufregung an meinem Laptop den Kopfhörer- mit dem Mikrofonanschluß verwechselt habe und das erst gemerkt habe, als man über die Mikrofonanlage von meinem in mühsamer Kleinarbeit in der Nacht vor dem Abflug zusammengeschnittenen Demovideo leider keinen Ton hören konnte.

Auf jeden Fall gab es eine Menge spannender Vorträge über alle möglichen Themen vom Robotereinsatz für die Autismustherapie über die Aufmerksamkeitssteuerung und das Erzeugen von “Shared Attention” in der Mensch-Roboter-Interaktion bis hin zu Sprach- Gesten- und Emotionserkennung.
Besonders faszinierend fand ich einem Plenumsvortrag von Professor Luc Steeles darüber, wie man Roboter entwickelt, die allein durch die Interaktion untereinander, ohne Vorkenntnisse eine eigene Sprache entwickeln könnten. (Auch wenn es bis dahin noch ein weiter Weg ist) Den Vortrag und noch einige andere findet man als Webcast übrigens hier: http://ws2.huric.org/roman2007/Archive.aspx

Interessant fand ich auch den Roboter-Designwettbewerb und die “Interactive Demonstration Session", die am Rande der Konferenz stattfanden. Es ging darum, Ideen und Prototypen für neuartige Roboter (wobei der Begriff Roboter recht weit gefasst war und auch intelligente Spielereien beinhalten durfte) zu präsentieren und einige der Ideen waren wirklich interessant oder einfach lustig:

Paro, ein Seehund-Roboter ist vor allem dazu gedacht, alten Leuten, behinderten oder kranken Kindern etc. Gesellschaft zu leisten, und wurde unter anderem in japanischen Altenheimen schon erfolgreich eingesetzt.

Paro - der Roboterseehund

Keepon ist ein kleiner Roboter, der ein wenig an zwei übereinandergestapelte Tennisbälle erinnert, “tanzt” und dabei erstaunlich beweglich ist, und unter anderem für die Autismusforschung und -therapie entwickelt wurde.

Keepon

Bei Youtube gibt es auch Videos davon:

Der “verrückte Professor” auf dem zweiten Video ist übrigens wirklich der Entwickler, Professor Kozima.

Ein anderes lustiges, wenn auch vielleicht etwas realitätsfernes Konzept waren die Mung Robots aus Korea, die aussahen, wie überdimensionierte Eier mit Augen, und die leuchtende blaue Flecken bekommen haben, sobald jemand in ihrer Gegenwart Schimpfwörter ausgesprochen hat (was man auch gleich interaktiv testen konnte. ;) ) Laut Erklärung sollen diese Roboter das friedliche Miteinander von Ehepartnern fördern. |-|

Mung-Robots …. und ich. :)

… und dann war da noch eine Entwicklung, die jeden Softwareentwickler zum Zittern bringen wird ;). - Buildbot.

Buildbot - der Schrecken aller Softwareentwickler!

Buildbot überwacht, ob sich der Sourcecode eines Softwareprojekts im CVS/SVN korrekt compilieren läßt. Falls das nicht der Fall ist, macht er denjenigen aus, der fehlerhaften Code eingecheckt hat, und geht blinkend und drohend piepsend zum Angriff über. Glücklicherweise ist das System auf einem Aibo, einem etwa katzengroßen Roboterhündchen, realisiert, so dass es bislang offenbar keine ernsthafteren Personenschäden gab. (Für echte Härtefälle gibt es aber sicher bald die “Pitbull-version” ;) )

Daß es auch weibliche Roboter gibt, zeigt dieses Beweisfoto. Auf “Stöckelschuhen” bewegte sich die Roboterdame zugegebenermaßen nicht ganz so elegant, wie ihre natürlichen Vorbilder:

Der erste weibliche Roboter!

Alltagsnähere Arbeiten, wie z.B. einen “elektronischen Blindenhund", Roboter zum Fensterputzen an Hochhausfassaden usw. gab es natürlich auch. Alles in allem war die Konferenz einfach spannend und ich hoffe, dass ich einige der Ideen, die ich aus den Vorträgen mitgenommen habe, für meine eigene Arbeit nutzen kann.

Zu guter Letzt noch ein paar unsortierte Eindrücke von Jeju. Von der Insel selbst habe ich nicht soviel gesehen. Eigentlich war ich nur an einem Abend nach der Konferenz noch kurz unterwegs, um mir die Gegend anzusehen, aber das technische Programm war sowieso spannender. :):

Das “Jeju-Maskottchen”

Das Teddybärenmuseum

Jede Menge Palmen

Die Umgebung des Hotels

22.07.07

Permalink 00:22:25, von admin, 8 Wörter, 2920 Ansichten  
Kategorien: Everyday Life, Geeks Only

Mein elektronischer Kollege...

…nach einem laaaangen Programmiersamstag:

Aibo muede

…Wovon Roboterhunde wohl traeumen?

04.11.06

Permalink 01:12:51, von admin, 461 Wörter, 3038 Ansichten  
Kategorien: Geeks Only

Der ultimative Wohnzimmercomputer

Ich war heute mal wieder in Akihabara und bin im Yodobashi Camera durch die Abteilung mit den Notebooks und Media-PCs gelaufen und dachte mir, ich stelle Euch mal ein Gerät vor, das in Deutschland wirklich noch fehlt. Voilà, der ultimative Wohnzimmer-PC:

Wohnzimmer-PC

Das Bild wird dem Rechner leider nicht ganz gerecht. Wenn man ihn zuklappt, so wie auf der linken Seite, dann sieht er wirklich aus, wie ein edler CD-Wecker. Der Rand besteht aus Plexiglas und ansonsten hat der Rechner so eine Perl-Metallic-Lackierung.
Der Bildschirminhalt sieht absolut aus, wie gedruckt. In Japan sind in den Elektronikläden viele Ausstellungsstücke Imitate mit Originalgehäuse aber aufgedruckten Displays und ich mußte erstmal warten, bis die Uhrzeit umsprang, bis ich sicher war, dass das Ding echt ist. ;)
Den unteren Teil kann man aufklappen. Er enthält eine Tastaur mit Touchpad. Ein bisschen stoerend ist vielleicht, dass man die Tastatur nicht abnehmen kann, so dass man beim Tippen, ähnlich nah vor dem Bildschirm sitzt, wie bei einem Notebook.
Prinzipiell hat das Gerät viel mit einem Notebook gemeinsam. Das Innenleben besteht aus Notebook-Bauteilen - seit neustem ist das der Rechner auch mit einem Pentium Core 2 Duo, also dem Notebookprozessor, der derzeit State-of-the-art ist, erhältlich und die Bedienung via Touchpad ist ebenfalls recht Notebook-ähnlich.
Für das Wohnzimmer ist das Gerät sehr schick (naja, zumindest wenn man Elektronikkrams im Wohnzimmer als dekorativ betrachtet ;) Es reicht vielleicht doch nicht ganz an den Dekorationswert eines echten Picasso heran...). Es ist in verschiedenen Farben (silber, blau, grün und rosa) erhältlich, unterstützt das Surfen per WLAN, hat eingebaute Kamera und Mikrofon und mit einem kleinen Zusatzgerät kann man es auch als Fernseher nutzen.
Als ich meinen Rechner für zu Hause ausgesucht habe, stand ich schonmal eine ganze Weile davor, aber ich denke, letztendlich ist es doch eher für Gelegenheitsnutzer konzipiert, die keine Highend-Rechenmaschine brauchen, sondern ein Gerät, mit dem man zwischendurch im Internet surfen kann, mal eine Runde per Skype telefonieren oder ein bisschen Textverarbeitung erledigen kann, und ansonsten einfach keinen sperrigen, hässlichen Kasten im Zimmer stehen hat.
Wenn man die Tastatur hochklappt, schaltet sich die eigentliche Computer-Funktionalität aus, und man kann den Rechner als Musikanlage nutzen. MP3 und CD gehen auf jeden Fall. Ob auch ein Radio-Empfangsteil eingebaut ist, weiß ich leider gerade nicht.

Der einzige Haken an der Sache ist - der Computer wird ausschließlich in Japan verkauft... Und der zweite Haken für mich ist, ich brauche einfach keinen und wüßte gar nicht, wo ich ihn hinstellen sollte, und bezahlen wollte ich so ein Ding im Moment auch nicht gerade (kostet in der billigsten Version umgerechnet etwa 830 Euro) in sofern werde ich mich damit begnügen müssen, gelegentlich im Laden daran vorbeizugehen ;)...

02.11.06

Permalink 11:54:50, von admin, 318 Wörter, 2534 Ansichten  
Kategorien: Everyday Life, Geeks Only

Computer-Nachwuchs ;-)

Gestern habe ich meinen Uni-Laptop bekommen. :) Nachdem ich ja lange der Auffassung war, ich brauche keinen, und im Sakura-House auch wirklich beim besten Willen kein teures Gerät hätte lagern wollen, das nicht mir gehört, habe ich mir nach der letzten Besprechung mit meinem Betreuer dann doch einen bestellen lassen, weil er für die Experimente und eventuelle Präsentationen bei Konferenzen zweifellos eine sinnvolle Sache ist und ich nicht sicher bin, wie lange es noch dauert, bis mein eigenes Notebook das Zeitliche segnet.
Seit gestern habe ich das Gerät nun, und bin hellauf begeistert. Es handelt sich um ein 12 Zoll Subnotebook, das nur knapp 900 Gramm schwer ist, von Panasonic und angeblich soll der Akku bis zu 11 Stunden halten - wir werden sehen! Auf jeden Fall kann man es problemlos fast überall mit hinschleppen.
Soweit ich weiss, wird das Gerät nur in Japan verkauft. Es hat ein japanisches Betriebssystem und eine japanische Tastatur, die vor allem wegen ihrer Größe ein wenig gewöhnungsbedürftig ist. Generell kann ich den Rechner nur empfehlen! Werde später noch ein Foto hier reinsetzen, wo man auch den Größenvergleich mit meinem alten Aldi-Notebook sehen kann.

Das ist er:

Mini Compi

Geschickterweise habe ich es gestern dann noch geschafft, die Firmware von meinem WLAN-Router zu killen, der aber sowieso seit ich ihn gekauft habe, permanent damit beschäftigt war, mich mit kleineren und größeren Problemchen in den Wahnsinn zu treiben und sich jeden Tag mindestens zweimal so aufgehängt hat, daß man ihn nur noch vom Stromnetz trennen konnte. Was erwartet man auch schon von einem Gerät mit dem klangvollen Namen "Corega"? Ob der Hersteller wohl weiß, daß unter diesem Namen in Deutschland Produkte für die "dritten Zähne" verkauft werden? ;)
Auf jeden Fall wird heute Abend mein erster Weg nach Akihabara führen, um Ersatz zu beschaffen. Ich hoffe, ich treffe diesmal eine glücklichere Wahl.

10.06.05

Permalink 03:54:33, von admin, 1026 Wörter, 2452 Ansichten  
Kategorien: Everyday Life, Geeks Only

... ich bin ein Glückspilz!

...Da habe ich doch gerade offenbar einen kleinen Roboterhund namens "IDog" gewonnen... :) Naja, Roboter ist wohl zuviel gesagt - ein blinkendes, piepsendes, sich zu Musik bewegendes japanisches Spielzeug eben, das auf Berührungen und Geräusche reagiert. Designmäßig erinnert es ein wenig an die aktuellen Apple-Designs von IPod, IMac & Co, so daß ich vermute, daß der Name eine Anspielung darauf ist. Außerdem läßt er sich direkt an einen MP3-Player oder den Computer anschließen.

IDog - Spielzeug

Mein Lieblings-Conbini veranstaltet diesen und letzten Monat ein Gewinnspiel, wo man nach jedem Einkauf über 1000 Yen Lose ziehen kann. Entweder welche für Getränke, die man dann sofort bekommt, oder für Süßigkeiten, Lebensmittel oder für ein Gewinnspiel im Netz.
Ich habe mir gestern also zur Abwechslung mal ein Los für das Gewinnspiel im Netz mitgenommen, nachdem ich mich vor Wochen schonmal dafür registriert hatte... Als ich gestern Abend in der Einkaufstasche nachgesehen habe, konnte ich es allerdings nicht mehr wiederfinden und bin eigentlich davon ausgegangen, ich hätte es auf dem Weg irgendwo verloren.

Gerade beim Ausräumen meiner Handtasche fiel es mir dann wieder in die Hände und ich habe einfach mal auf der entsprechenden Internetseite meine Nummer eingegeben, und siehe da, es erschien ein Zeichen auf dem Bildschirm, das ich nicht wie bei den Versuchen zuvor als "Niete" identifizieren konnte, sondern stattdessen stand da irgendein Begriff mit dem Kanji 当 (bedeutet sowas wie "das Ding" oder auch "das eben gesagte") und als auf dem nächsten Bildschirm dann "おめでとう" stand, was soviel heißt, wie "herzlichen Glückwunsch", und ich meine Adresse eingeben durfte, hatte ich dann begriffen, daß ich tatsächlich was gewonnen habe... :)

Das "Hündchen" - hier ein Link für diejenigen, die meinen zukünftigen "Hausgenossen" näher kennenlernen wollen: http://www.idog-segatoys.com/ - hatte ich vor ein paar Wochen schonmal in Ueno im Spielzeugladen gesehen. Es ist offenbar im Moment in Japan gerade total beliebt und fand es zugegebenermaßen auch ziemlich interessant, aber mich dann irgendwo doch ein bißchen zu erwachsen, um mir sowas zu kaufen. Aber schenken lassen tu ich mir den natürlich gerne, und jetzt warte ich mal gespannt, wann das Paket ankommt. :)

Wo ich gerade von Robotern rede fällt mir eine merkwürdige Begegnung von vor zwei Wochen ein... Unser Donnerstags-Japanischkurs hat eine neue Lehrerin (Yamato-sensei) bekommen, die zur Zeit gemeinsam mit dem bisherigen Lehrer (Fujiki-sensei) unterrichtet. Und nachdem bisher einfach niemand, den ich hier kennengelernt habe, in mein "Japan-Klischee" passen wollte, hat diese Dame mir endlich den Glauben daran wiedergegeben, daß Japaner doch so sind, wie im deutschen Fernsehen berichtet wird. ;)
Nachdem sie uns zunächst von den "Eckdaten" ihres Lebens berichtet hatte - knapp über 60 Jahre alt, nicht verheiratet, keine Kinder oder Enkelkinder, dafür aber ein paar Vögel und zwei Aibos - wollten wir ja eigentlich schon zur Tagesordnung übergehen, aber Yamato-sensei hatte noch mehr zu erzählen und je mehr sie erzählte, desto mehr begann ich zu zweifeln, ob sie zuvor wirklich "Aibo" gesagt hatte, oder ob ich da vielleicht den Namen irgendeiner Katzen- oder Hunderasse falsch verstanden hatte, denn sie berichtete nicht nur davon, welchen Namen und welches Geschlecht ihre "Hunde" haben, sondern klärte uns auch umfassend über deren Persönlichkeit auf... ;)
Ich konnte mir nur mühsam die Frage nach technischen Details und ob sie schonmal auf die Idee gekommen sei, ihre "Haustiere" als Programmierplatform zu verwenden verkneifen, denn ich kann mir ihre Antwort spätestens nach dem Ereignis am Ende des Kurses nahezu bildlich vorstellen.
Am Ende des Kurses schlug tatsächlich jemand vor, sie solle doch ihre Aibos beim nächsten Mal mitbringen und benutzte dafür - wie konnte er nur!?! - die Form "持って来る", was zwar "mitbringen" heißt, aber nur benutzt wird, wenn man von Gegenständen spricht... Yamato-sensei verbesserte ihn daraufhin und erklärte, daß man in diesem Fall doch "つれて行く" benutzen solle. Schließlich handele es sich ja nicht um Sachen! (... und irgendwie habe ich bis heute das Gefühl, daß das tatsächlich ernst gemeint war!... )

Für alle, die Aibo nicht kennen. Es handelt sich hierbei um vierbeinige Roboter, die zum Beispiel so aussehen, wie dieser hier:
aibo

Interessant sind sie eigentlich eher deswegen, weil insbesondere in den neueren Modellen eine ganze Reihe recht ausgereifter Features, wie z.B. Wireless LAN, die Möglichkeit zu Bildverarbeitung und -übertragung sowie Spracherkennung integriert sind... und weil seit einiger Zeit außerdem eine vollständige Programmierumgebung kostenlos auf der Webseite des Herstellers verfügbar ist.

... was für mich besonders faszinierend (und vielleicht auch ein ganz kleines bißchen erschreckend) ist, ist daß dieses Interesse von Erwachsenen für "lebendiges" Spielzeug offenbar hier sehr viel weiter verbreitet ist, als in Europa. Irgendwann werde ich darüber mal ausführlicher berichten, weil mich das Thema generell sehr interessiert, aber an dieser Stelle seien nur zwei Webseiten genannt:

YUMEL http://www.tomy.co.jp/yumel/ ist ein (Kinder|Partner|Haustier)-Ersatz für ältere Menschen. Er kann ein wenig sprechen und ein wenig auf Sprache reagieren (ob dort wirklich Spracherkennung dahintersteckt, oder ob die Puppe letztendlich nur auf Geräusche reagiert, indem sie einen zufälligen Satz wiedergibt, konnte ich allerdings bislang nicht herausfinden). Außerdem überwacht er das Schlafverhalten seiner "Bezugsperson" und erinnert sie gegebenenfalls, daß es jetzt aber Zeit wäre, aufzustehen oder schlafen zu gehen... Wenn sich eine Puppe erdreisten würde, mir meine Schlafenszeiten vorzuschreiben würde sie vermutlich schneller vor der Tür landen, als sie "o yasumi nasai" (gute Nacht) sagen kann, aber ich gehöre ja auch nicht zur Zielgruppe. ;)
Ach ja, so sieht Yumel aus:
yumel

PRIMOPUEL http://primopuel.net/ folgt einem ähnlichen Konzept, ist aber schon etwas älter, technisch weniger ausgereift, kennt weniger Sätze und ist als "Baby-Ersatz" für Frauen in meinem Alter gedacht... Und bevor jetzt jemand fragt: Ja, diesmal gehöre ich altersmäßig zur Zielgruppe und NEIN, in meinem Bett schläft noch kein Primopuel. Sollte ich aber jemals auf die Idee kommen, mir Nachwuchs zu wünschen, werde ich selbstverständlich nochmal darüber nachdenken, ob es ein Primopuel nicht auch tun würde... :P
So sieht er übrigens aus:
primopuel

04.06.05

Permalink 13:43:33, von admin, 1041 Wörter, 2615 Ansichten  
Kategorien: Everyday Life, Lustiges, Peinliches und Ungewohntes, Geeks Only

Informatiker-Parties und die Gedanken danach... ;)

Gestern war Ko's Geburtstag und wir haben uns wie immer im Gemeinschaftsraum des Männer-Wohnheims getroffen, um zu feiern. Der Abend war superlustig, es gab wirklich interessante Gespräche und abgesehen davon, daß mir vor Müdigkeit fast die Augen zugefallen sind, hatte ich auch um 4 Uhr nachts noch nicht wirklich Lust zu gehen... Und das, wo ich doch sonst so gar kein Party-Mensch bin.

Den schönsten Japanisch-Ausrutscher habe ausnahmsweise mal nicht ich mir geleistet, sondern einer meiner Mitpraktikanten, der sinngemäß wohl sowas sagen wollte, wie "Die kann zwar Japanisch reden, aber die traut sich nicht"...
Weiter als bis "Anja ha chotto kowai...." ist er allerdings nicht gekommen, bevor ich wirklich "kowai" werden konnte. ;)
"kowai" heißt nämlich netterweise nicht "ängstlich (scared)" sondern "bedrohlich, angsteinflößend (scary)". So ein "nettes Kompliment" habe ich schon lange nicht mehr bekommen... ;)

Es gab aber auch einige Themen, die bei mir "hängengeblieben" sind, weil sie einfach interessant waren. Eins davon war die Frage: "Wie reden wir eigentlich mit unserem Computer, einem Roboter oder einem Auto-Navigationssystem?". Wir machen hier zwar (fast) alle Spracherkennung, aber zumindest ich hatte bislang nicht darüber nachgedacht, was für Deutsche eigentlich die "natürliche" Art ist, mit einem Computer zu reden. Gibt man einem Computer oder Roboter Befehle im Infinitiv, wie z.b. "Datei öffnen" oder im Imperativ, also so, wie man auch einem Menschen befehlen würde, also z.B. "Spiele CD 2 ab"?

Stand der Dinge, die wir gestern Abend herausfinden konnten: Japaner benutzen die "te"-Form, die zwar nicht die wirkliche Befehlsform ist, aber auch gegenüber Menschen benutzt werden kann, um eine höfliche Bitte oder Aufforderung auszusprechen. In Spanien benutzt man den Infinitiv und im Englischsprachigen Raum gibt es das Problem so nicht, weil sich Infinitiv- und Imperativkonstruktionen letztendlich nicht wesentlich unterscheiden, was Verb und Satzstellung betrifft. In Thailand hat man das Problem ebenfalls nicht, weil es keine explizite Imperativform gibt(?)... aber wie ist es in Deutschland?
Intuitiv würde ich sagen, man verwendet beide Formen und welche letztendlich benutzt wird, hängt davon ab, wo sich das entsprechende System auf einer Skala zwischen "Haustier" und "Word" einordnen läßt.
"Unser" Navigationssystem liegt offenbar irgendwo in der Mitte, aber mit einem Computerprogramm würde ich eher im Infinitiv "reden", während ich für einen "personal robot" den Imperativ als natürlicher empfinde. Meine Vermutung: Je weniger ein System als reines "Werkzeug" empfunden wird, desto häufiger ersetzt der Imperativ den Infinitiv.

Bleibt die Frage "woran liegt's?" Immerhin sind Infinitivkonstruktionen ansonsten im Deutschen völlig unüblich, um einen Wunsch oder Befehl auszudrücken.
Meine einzige plausible Erklärung bisher: Es handelt sich um Kurzformen für "ich möchte ... tun" oder "ich werde...tun", also beispielsweise "ich möchte die Datei öffnen" oder "ich werde das Dokument drucken", die man deswegen benutzt, weil ein Programm kein "Gegenüber" ist, das man in der zweiten Person also mit "Du" oder im Imperativ ansprechen würde.

Seltsamerweise verwenden (auch die wenigen deutschen) Programmiersprachen (obwohl sie auf meiner Skala wohl noch jenseits von Word liegen würden) von Anfang an Kommandos, die von der "Satzstellung" her dem Imperativ entsprechen. Also erst das "Verb" und dann die entsprechenden "Objekte" [open(file), print "text", MOVE AX BX etc.]. Auch in älteren Science Fiction Filmen wird mit dem Computer, so ich das richtig in Erinnerung habe, im Imperativ geredet. Aber möglicherweise ist das schlichtweg eine Frage der Übersetzung aus dem Englischen, wo die Sache ja, wie oben beschrieben, sowieso anders aussieht...

Mein Fazit aus dem Ganzen: Wie ich seit meiner Ankunft hier schon häufig festgestellt habe - manchmal sind gerade die Dinge interessant, über die man normalerweise gar nicht nachdenken würde. (naja, vielleicht sind solche Theman auch einfach nur eine passende Beschäftigung für einen verregneten freien Samstag ;))
Generell bringt der Dialog mit Leuten, die einen völlig anderen kulturellen Hintergrund haben, aber tatsächlich häufig interessante Dinge ans Tageslicht und gerade bei Kategorien, die einem völlig natürlich erscheinen, kann einen das gelegentlich richtig durcheinanderbringen. Ich versuche einfach mal, das an zwei "harmlosen" Beispielen aus dem Alltag zu verdeutlichen:

Wenn wir als Deutsche mit Zahlen umgehen, dann haben wir ein Wort für "Zehn/zig", "Hundert", "Tausend", "Millionen", "Milliarden" usw... und empfinden es als völlig naturgegeben, so zu zählen. - zumindest vor einem Aufenthalt in Japan. ;) Da gibt es zwar auch Begriffe für zehn (ju), hundert (hyaku) und tausend (sen) - die nächste Einheit ist dann aber zehntausend (man) und danach folgt hundert Millionen (oku). "Millionäre" gibt es in Japan also nicht, denn eine Million ist einfach nur "hundert zehntausend" (hyaku man)...

Noch ein Beispiel sind Farben. Unsere Farben sind rot, gelb, blau, grün, usw. und wenn jemand sagt "grün" oder "green" oder "vert", dann können wir uns darunter etwas vorstellen und gehen davon aus, daß unser Gegenüber das gleiche meint, nämlich (0, 255, 0) RGB. Und dann kommt ein Japaner und bringt unser Weltbild durcheinander, indem er erst sagt "der Himmel ist "aoi"" und danach "die Ampel ist "aoi"" (Das Grün bei japanischen Ampeln entspricht übrigens exakt dem bei uns - das nur zur Erklärung)... Das Gras ist hingegen "midori".

Im Wesentlichen läßt sich zwar auch im Japanischen eine Unterscheidung zwischen blau (aoi) und grün (midori) treffen, die dem Deutschen blau und grün entspricht, aber trotzdem bringen "blaue Ampeln" einen dazu, die eigene Sichtweise zu hinterfragen, denn obwohl zumindest unsere Grundfarben natürlich letztendlich einen physikalischen Hintergrund haben, der uns sagt, es ist sinnvoll Farben mit den Eigenschaften von "Rot, Grün und Blau" oder "Cyan, Magenta und Gelb" benennen zu können - ganz so selbstverständlich ist es nicht, daß in jeder möglichen Kultur ein Begriff existiert, der "rot" bedeutet und dessen "Prototyp" nicht etwa Weinrot oder Rot-Orange sondern (255,0,0) ist.

"Erkenntnisse" wie diese in unscheinbaren, kleinen Alltagsdingen sind es, die einen von Zeit zu Zeit dazu bringen die Naturgegebenheit das eigenen Weltbildes und der Kategorien, in denen man seit seiner Geburt denken gelernt hat, in Frage zu stellen und die neben den vielen, vielen Dingen, die in Japan ganz genauso sind, wie in Deutschland auch, gelegentlich doch das Gefühl hinterlassen, irgendwie in einer ganz anderen Welt gelandet zu sein.

20.05.05

Permalink 23:44:48, von admin, 450 Wörter, 2576 Ansichten  
Kategorien: Everyday Life, Geeks Only

Lächle, es könnte schlimmer kommen...

... ich lächelte und ... naja, ihr wißt schon... Heute war mal wieder einer dieser Tage, an dem man glauben könnte, Murphy's Gesetz sei geradezu für mich geschrieben worden und ich frage mich so langsam, ob ich vielleicht irgendeinen Kettenbrief nicht weitergeleitet habe, ob ich das Mikuji (Orakel-Zettel) von letztem Samstag vielleicht doch vor dem Schrein hätte festknoten sollen, statt es mit nach Hause zu nehmen, oder wie ich sonst den Zorn der Kamisama auf mich gezogen haben könnte... ;)

Nachdem die Anzahl meiner Bugreports mittlerweile etwa viermal so hoch ist, wie die Anzahl von Bugreports, die nicht von mir sind und ich langsam aber sicher eigentlich jedes einzelne "Überraschungsfeature" unseres Systems persönlich kennengelernt haben dürfte, wurde ich heute durch ein merkwürdiges Knattern und Piepen aus Richtung meiner externen Backup-Festplatte schlagartig der Illusion beraubt, mein Computer könnte sich heute mal etwas kooperativer zeigen.

Der Blick in meinen Explorer bestätigte, was ich bereits befürchtet hatte, denn ein Zugriff auf die Platte war nicht mehr möglich. Nach einem Neustart des Systems schaltete sich die Festplatte dann gar nicht mehr ein, zeigte sich dafür aber sehr musikalisch und "erfreute" das gesamte Team mit einer netten, kleinen Melodie - so wie man es eben von einer japanischen Festplatte erwartet... Eigentlich hat es mich nur noch gewundert, daß das Gerät mir nicht per Sprachausgabe mitgeteilt hat "Achtung! Ich habe soeben das Ende meiner Lebensdauer erreicht. Sie haben jetzt die Gelegenheit, sich von Ihren Daten zu verabschieden" oder so... Naja, zumindest zog die Geräuschkulisse langsam aber sicher die Blicke des gesamten Teams auf sich...

Nachdem sich meine Kollegen dann durch das japanische Handbuch und die ebenfalls japanische Webseite der Firma gekämpft hatten, ohne überhaupt irgendeine Stelle zu finden, an der erwähnt ist, daß die Festplatte in der Lage ist, Töne von sich zu geben, geschweige denn die Frage beantwortet worden ist, ob es sich dabei um irgendeinen mehr oder minder aufschlußreichen Fehlercode handelt, gehe ich davon aus, daß die Melodie einfach nur dazu da ist, dem Computernutzer den Abschied von seinen Daten ein wenig zu versüßen ;) Zumindest scheint die Platte nicht mehr zu retten zu sein und ich überlege immernoch, was genau die knapp 140 GB Daten gewesen sind, die ich im Laufe der Zeit dorthin verschoben hatte. :(

Mal sehen, wie lange es dauert, bis ich meinen Kollegen unheimlich werde, weil ich das "Böse" in jedem Computer zum Vorschein bringe... ;)

Ich glaube, dieses Wochenende werde ich mich mal auf den Weg machen, um das Problem mit meinem widerspenstigen Computer auf "japanische Weise" zu lösen... Fotos gibt's dann später... ;)

(Hatte ja versprochen, ein Foto nachzureichen, hier ist es: :>> )
Bitte an die Kamisama

06.05.05

Permalink 23:43:08, von admin, 351 Wörter, 2497 Ansichten  
Kategorien: Everyday Life, Geeks Only

Japanisches "Spielzeug"

Nachdem ich in den letzten Wochen eigentlich schon in Akihabara zugeschlagen haben wollte, dies aber erfolgreich dadurch verhindert wurde, daß natürlich ausgerechnet meine Bank dort nirgendwo einen Geldautomaten hat, habe ich im Sofmap in Atsugi endlich "meinen" PDA gekauft, und zwar diesen hier:

Sollte es jemanden interessieren, hier ein kurzer, erster Erfahrungsbericht: Das Gerät nennt sich Sharp Zaurus SL-C 1000 und ist ein Nachfolgemodell des leider einzigen Linux-PDAs, der auch in Deutschland verkauft wurde. In Japan hat sich die Modellreihe glücklicherweise durchgesetzt und vor allem die Handschrifterkennung bietet deutliche Vorteile gegenüber Windows PDAs. Das Gerät erkennt problemlos alle 1945 Youyou Kanji (selbst wenn sie von einer Ausländerin "gemalt" werden, die sich mit der japanischen Schrift nicht wirklich auskennt. :) ) und natürlich normal geschriebene lateinische Buchstaben, Hiragana und Katakana.
Größter Vorteil sind für Japanisch Lernende auf jeden Fall die eingebauten Lexika, in denen man sehr viel komfortabler suchen kann, als in handelsüblichen elektronischen Wörterbüchern, weil man die gesuchten Wörter lediglich auf den Bildschirm zeichnen muß.
Ebenfalls praktisch, besonders bei meinem Modell, das im Gegensatz zu seinem "großen Bruder" keine Festplatte hat, sind die zwei verschiedenen Slots für CF- und SD-Karten, so daß man problemlos eine SD-Karte als Speichererweiterung und zusätzlich eine CF-Wireless-LAN-Karte benutzen kann. Überhaupt kommt das Gerät mit seiner Funktionalität einem Laptop irgendwie näher als meinem alten Palm V - leider auch was die Größe angeht. Ganz so handlich ist er zumindest nicht.
Ansonsten ist natürlich viel "Spielzeug" dran, wie beispielsweise ein Liniennetzplan mit Suchfunktion für das gesamte, Japanische Bahnnetz, diverse Audio- und Videoplayer, Fotoalben etc. aber zum Arbeiten habe ich das Ding ja sowieso nicht gekauft ;) Sollte ich wirklich mal auf die Idee kommen, mit dem Zaurus arbeiten zu wollen, hat er allerdings auch nützliche Programme wie Word, Excel und Powerpoint... (Das nur der Vollständigkeit halber)

... und jetzt bin ich schon den ganzen Abend auf der Suche nach netten Erweiterungsprogrammen... :) Falls jemand über diese Seite hier stolpert und Tips für Japanisch-Lernsoftware oder sonstige interessante Programme hat, immer her damit!

Genetix' Japan-Blog

Ich habe von Anfang Januar 2005 - August 2005 ein Praktikum in Atsugi, Kanagawa, Japan gemacht und absolviere nun mein Promotionsstudium am National Institute of Informatics in Tokyo. Ich werde hier in Zukunft alle, die es lesen wollen (oder die zufällig hier landen) mit mehr oder minder wissenswerten Informationen über das Land der aufgehenden Sonne versorgen. :)

My English short blog can be found at http://genetix.tumblr.com

For anyone interested in robots and AI-related stuff, please have a look at http://www.robotopia.de

Recently, I have also started Twittering...

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