
Seit gut einer Stunde ist meine Verteidigung vorbei, und gerade habe ich von meinem Professor eine Mail bekommen, dass alles gut gelaufen ist, und das Kommitee sich dafuer entschieden hat, dass ich in Zukunft meinen Namen mit ein paar huebschen Zusatzbuchstaben verzieren darf.
Jetzt ist es also offiziell… Ich freue mich, werde wohl noch eine Weile brauchen, bis ich realisiert habe, dass ich wirklich “fertig” bin und ueberlege schon angestrengt, was ich in Zukunft mit den ganzen freien Abenden und freien Wocheneden anstelle…
![]()
Sie ist weg! 4 Jahre meines Lebens einfach so in zwei Minuten im Pruefungsamt abgegeben… Wie immer bei solchen Anlaessen mit einem lachenden und einem weinenden Auge - lachend, weil ich es endlich geschafft habe, die Arbeit der letzten Jahre zu einem (hoffentlich) runden Ergebnis zu bringen und weil der Stress der letzten Wochen endlich vorbei ist - und weinend, weil das bedeutet, dass im September endgueltig eine wirklich gute Zeit vorbei sein wird.
Japan und damit diesem Blog werde ich aber auch danach voraussichtlich noch eine Weile erhalten bleiben… ![]()
Tja, was habe ich eigentlich im letzten Jahr so gemacht, ausser an meiner Diss zu schreiben? (sehr viel “Ausserdissliches” war da zugegebenermassen nicht) Das Interessanteste waren sicher die zwei Monate am Honda Research Institute, letzten Sommer, wo ich das Lernverfahren, das ich im Rahmen meiner Diss entwickelt habe, mit ASIMO testen und Experimente durchfuehren durfte. Seit Maerz bin ich wieder einen Tag die Woche da und auch wenn so das Ganze neben Uni und Job ziemlich stressig ist, macht es wirklich wahnsinnig viel Spass… Mal sehen, ob und wie es in den naechsten Monaten weitergeht… ![]()
Ansonsten war ich auf ein paar Konferenzen, (CHI in Boston und Atlanta, HRI in Osaka, Ro-Man in Toyama, HAI Symposium in Tokyo) habe Papers geschrieben, war viel in Japan unterwegs - nur leider nie privat
- also eigentlich alles wie immer und nicht wirklich viel zu bloggen.
In den naechsten Monaten steht dann das eigentliche Promotionsverfahren an. In den naechsten 2 1/2 Wochen ist 予備審査, also die Vorabevaluation meiner Diss und bis September dann das endgueltige Promotionsverfahren 本審査, so dass ich im Oktober mit allem fertig bin und dann hoffentlich als PostDoc anfange, wenn alles laeuft, wie geplant. Drueckt mir die Daumen! ![]()
Sorry, diesmal gab’s viel ueber mich und wenig ueber Japan, aber ich gelobe Besserung und hoffe, ich komme in naechster Zeit wieder haeufiger zum Bloggen! ![]()
Ich war heute auf dem Kanda Matsuri, und dachte mir, ich nehme das zum Anlass, um nach ziemlich genau einem Jahr Blog-Abstinenz mal wieder von mir hoeren zu lassen…



Das Kanda Matsuri findet jedes Jahr Mitte Mai am Kanda Schrein (神田明神) statt. Waehrend des Festes werden kleine, tragbare Schreine, die sogenannten Mikoshi unter lautem Gebruell, Floetenspiel und Taiko-Trommeln durch ganz Kanda und Umgebung getragen, um dann am Sonntagnachmittag in den Kanda-Schrein einzuziehen - ein Spektakel, das man sich definitiv nicht entgehen lassen sollte, wenn man sich gerade in Tokyo aufhaelt.

Ich war im letzten Jahr zum ersten Mal da, und es war klar, dass ich dieses Jahr wieder hingehe… ![]()


Rund um den Schrein gibt es, frei nach dem Motto “Brot und Spiele” verschiedene Buden, die mit Takoyaki, Okonomiyaki, gegrillten Thunfischen und diversen Spielchen locken. Ich finde, es erinnert ein bisschen an Kirmes in Deutschland… Neu waren in diesem Jahr gleich drei Doener-Staende. - Offensichtlich macht der Siegeszug des Kebab also auch vor Japan nicht halt…

Ausserdem gibt es auf Matsuris immer ein besonderes Spielchen, dass der ein oder andere vielleicht aus japanischen Filmen kennt: Mit einer kleinen, mit Pergamentpapier bespannten “Kelle", muss man lebende Goldfische aus einem grossen Becken in ein kleines Gefaess umfuellen. Die gefangenen Fische kann man dann in einem mit Wasser gefuellten Plastikbeutel mit nach Hause nehmen. Da die Fische natuerlich zappeln, und das Pergamentpapier sehr schnell durchnaesst, und reisst, ist das ueberhaupt kein einfaches Unterfangen, aber nichts desto trotz sehr beliebt, vor allem bei Kindern.

Ach ja, und dann war da ja noch die “mutige Maenner-Mode"… Aus irgendeinem Grund scheinen Hosen bei den Maennern, die die Mikoshi-durch die Stadt tragen, nicht sonderlich beliebt zu sein.
Ich vermute mal, die traditionelle Kleidung sieht einfach keine Hosen vor, aber als immernoch nicht 100%ig assimilierter, weiblicher Gaijin, fand ich den Anblick befremdlich genug, um ihn mit Euch zu teilen.

(Gesichter habe ich vorsichtshalber mal unkenntlich gemacht…
) Viele Schreintraeger laufen mittlerweile zwar vollstaendig bekleidet herum, aber der Anblick oben war alles andere als selten. Naja, bei der Waerme heute (knapp 28 Grad im Schatten) war jedes Kleidungsstueck weniger ja angenehm..
Allerdings laufen die, beim traditionellen Mochi-Herstellen zu Sylvester, bei etwa 0 Grad genauso rum
…
Wo wir gerade bei mutigen Maennern sind - Das hier war sicher auch nicht ganz ungefaehrlich:

Das war’s erstmal wieder von mir… auf dass es bis zum naechsten Eintrag nicht wieder ein ganzes Jahr dauert!
An:
Erde
c/o: Japan, Lat: 35.41.21.93 Lon: 139.48.00.53
UNIVERSE
Sehr geehrte Frau Erde,
Ich moechte Sie hiermit hoeflichst ersuchen, in Zukunft naechtliche und fruehmorgendliche Ruhestoerungen, wie sie in den letzten Tagen vermehrt vorgekommen sind, zu unterlassen. ![]()
Konkret beziehe ich mich unter anderem auf folgende Zwischenfaelle, die seismographisch festgehalten wurden: ![]()
2008年5月9日 8時30分 2008年5月9日 8時21分ごろ 茨城県沖 3
2008年5月9日 7時53分 2008年5月9日 7時48分ごろ 千葉県北西部 2
2008年5月9日 7時47分 2008年5月9日 7時43分ごろ 千葉県北西部 3
2008年5月8日 4時27分 2008年5月8日 4時20分ごろ 茨城県沖 2
2008年5月8日 3時26分 2008年5月8日 3時20分ごろ 茨城県沖 2
2008年5月8日 2時38分 2008年5月8日 2時31分ごろ 茨城県沖 2
2008年5月8日 1時57分 2008年5月8日 1時51分ごろ 茨城県沖 2
2008年5月8日 1時54分 2008年5月8日 1時45分ごろ 茨城県沖 5弱 
2008年5月8日 1時25分 2008年5月8日 1時16分ごろ 茨城県沖 2
2008年5月8日 1時17分 2008年5月8日 1時9分ごろ 茨城県沖 2
2008年5月8日 1時11分 2008年5月8日 1時2分ごろ 茨城県沖 3
Sollte ich in den kommenden Naechten auf weitere plattentektonische Aktivitaeten aufmerksam werden, sehe ich mich gezwungen, rechtliche Schritte gegen Sie einzuleiten. ![]()
Hochachtungsvoll,
Anja
Ich glaube, ich habe mich vorletztes Jahr schonmal ausgiebig ueber meinen absoluten “least favourite place” in Tokyo ausgelassen. Dieses Jahr ist es mal wieder so weit. Ich muss mein Visum verlaengern lassen und sitze dafuer mal wieder im Immigration Office in Tokyo.

Diesmal bin ich gluecklicherweise besser vorbereitet, als beim letzten Mal, wo ich mangels anderer Beschaeftigung vier Stunden damit verbringen durfte, Leute zu beobachten
, und habe meinen Laptop und die eMobile-Karte dabei. Das heisst, ich blogge gerade sozusagen “live".
Allerdings ist das Immigration Office netterweise auch der einzige Ort in Tokyo, den ich kenne, wo das eMobile-Netz nicht zuverlaessig funktioniert. (selbst im Shinkansen zwischen Tokyo und Maebashi klappt das besser) Das heisst, Internet habe ich alle fuenf Minuten mal fuer ein paar Sekunden, aber was soll’s - bei drei bis vier Stunden durchschnittlicher Wartezeit (Erfahrungswert von den letzten Besuchen) bleibt da trotzdem genug “Internetzeit” uebrig.
Immerhin, es hat sich einiges getan, seit meinem letzten Besuch hier. Es gibt jetzt ein Restaurant, wo man (wenn auch zu voellig ueberteuerten Preisen) ein paar Snacks kaufen und sich vor allem etwas gemuetlicher hinsetzen kann, als im Warteraum. Die Plakate, die bereits am Bahnhof dazu auffordern, Regeln einzuhalten und Visavergehen anzuzeigen, sind erstaunlicherweise auch verschwunden. Dafuer wird jetzt auf riesigen Plakaten an die Frist fuer die Steuererklaerung erinnert…
Im Wartesaal gibt es jetzt uebrigens einen “schicken” Plasmabildschirm, auf dem in einer Endlosschleife und in unueberhoerbarer Lautstaerke in verschiedenen Sprachen ueber die neuen Einreiseprozeduren informiert wird. (Noch ‘ne halbe Stunde, und ich kenne den Ansagetext auswendig, und zwar in ALLEN Sprachen, auch denen, die ich nicht verstehe! *aaaaaargh*)

So, mittlerweile bin ich wieder zu Hause. Die Warterei hat diesmal tatsaechlich “nur” gut zwei Stunden gedauert, nur damit ich dann innerhalb von 30 Sekunden meine Dokumente abgebe, die Dame am Schalter einen kurzen Blick darauf werfen lasse und gehe. Naja, Hauptsache, das ist fuer’s Erste erledigt!
“Nur” zwei Stunden Wartezeit waren fuer mich uebrigens ein neuer Geschwindigkeitsrekord, aber ich habe ja noch mindestens einen Besuch vor mir, um mein Visum, die Arbeitserlaubnis und die Wiedereinreiseerlaubnis abzuholen. Vielleicht werden es da zum Ausgleich dann ja fuenf Stunden…
Naja, aufregen bringt nichts, und immerhin habe ich endlich meine Papers und sonstigen Stress fuer’s Erste hinter mir, so dass ich das Ganze jetzt halbwegs gelassen angehen kann.
Ich muss mich nur gerade mal oeffentlich freuen, weil mein Paper fuer den WCCI ‘08 (World Congress of Computational Intelligence) in Hong Kong (Ja, genau das, was ich Neujahr irgendwann um 5 Uhr nachts eingereicht habe
) angenommen worden ist!
Letzte Woche habe ich mal wieder Experimente mit Versuchspersonen fuer meine Diss gemacht. Kurz gefaßt geht es diesmal darum, dass der Roboter innerhalb von vier spielerischen Aufgaben lernt, positives und negatives Feedback von seinem Benutzer zu verstehen und später möglichst zuverlässig zu erkennen.
Irgendwie ist es immer wieder interessant, zu sehen, wie Leute mit Robotern, bzw. speziell mit dem Aibo, der natuerlich auch durch seinen “Niedlichkeitsfaktor” Sympathien auf seine Seite zieht, umgehen. Am dritten Tag kamen sogar voellig Unbeteiligte im Lab vorbei, weil sie gehoert hatten, dass es bei mir einen Roboter zum Spielen gibt und eine Teilnehmerin ist extra nochmal mit Fotoapparat zurückgekommen für ein Erinnerungsfoto.
Leider kann ich hier keine Videos oder Fotos aus den Experimenten mit Versuchspersonen zeigen, aber der Umgang vor allem der nicht “roboter-gewöhnten” Teilnehmer mit dem Aibo ist immer wieder faszinierend. Das Feedback von den Teilnehmern war auch ziemlich nett. Den meisten scheint das Experiment Spaß gemacht zu haben.
(was ich zugegebenermaßen womoeglich weniger meiner eigenen Arbeit, als vielmehr meinem knuffigen elektronischen Versuchskaninchen zu verdanken habe
) An der Auswertung sitze ich gerade noch. Eigentlich hätte ich morgen einen Abgabetermin für ein Paper für die RO-MAN ‘08 (in München
) gehabt, aber glücklicherweise ist der ein Stück nach hinten geschoben worden, so dass ich noch ein wenig Zeit habe, mich mit den Ergebnissen genauer zu beschäftigen.
Hier ein Foto, das ich während der Experimente aufgenommen habe:

Ach ja, und um zur Ausgangsfrage zurückzukommen - für die menschlichen Versuchskaninchen gab es echte deutsche Schokolade und fuer das geduldige Roboter-Versuchskaninchen frische Akkus - Und es schienen beide ganz zufrieden zu sein. ![]()
Ein frohes neues Jahr an alle, die das hier lesen!
Ich habe heute zusammen mit Tomoko auf der 狐の行列, der Fuchsprozession am Oji-Schrein in Tokyo das neue Jahr begruesst. Ein Bericht dazu folgt spaeter noch.
Danach habe ich noch bis kurz vor 6 mein Paper fertig gebastelt, und hoffe, es wird noch zum Review akzeptiert, nachdem ich mich jetzt wochenlang damit rumgeschlagen habe. Bin naemlich schon aaaaaaaaaaaaaaaaaaarg spaet dran gewesen
, und ich hoffe doch mal, die 12 Uhr am 31. 12. bezogen sich auf GMT oder irgendeine Zeitzone in Amerika und nicht auf die Lokalzeit in Hong Kong, wo die Konferenz stattfindet. ![]()
Was meine Lehren aus dem vergangenen Jahr und die guten Vorsaetze fuer das naechste Jahr angeht, halte ich es mit den “Wise Guys” und dem Text zu “Das Leben ist zu kurz", bei dem ich mich immernoch frage, wieso ich den eigentlich nicht geschrieben habe. ![]()
Hier ein Link zu Youtube - leider nicht das Original, sondern die Version von einer Schuelerband, aber fuer einen ersten Eindruck reicht es: http://www.youtube.com/watch?v=LyDsZR1uGkg
Und hier der Text:
Das Leben ist zu kurz Text und Musik: Daniel "Dän" Dickopf Arrangement: Edzard Hüneke Das Leben ist zu kurz für schlechte Musik, zu kurz für Beziehungsstress und blöden Psychokrieg. Das Leben ist zu kurz für dumme Laberei, das Leben ist zu kurz für RTL 2. Das Leben ist zu kurz, und man hat nie die Zeit, die man gern hätte. Der Alltag grinst und legt dich lässig an die Kette. Eingequetscht zwischen Pflichten und Terminen - das Leben ist 'ne Dose Ölsardinen! Doch es ist nicht die Zeit, die man nicht hat, sondern die man sich nicht nimmt oder einfach verliert. Es gibt ganz bestimmt weniger Sachen, die man immer schon mal machen wollte, als Sachen, die man besser lassen sollte: Das Leben ist zu kurz für schlechte Musik, zu kurz für Beziehungsstress und blöden Psychokrieg. Das Leben ist zu kurz, und weil's am Ende meistens endet, macht es wenig Sinn, dass man die Zeit davor verschwendet. Das Leben ist zu kurz für Toleranz gegen radikale Deppen, das Leben ist zu kurz für Unterhaching gegen Meppen, das Leben ist zu kurz, wenn du nich weiß' wat du wills' und viel zu kurz für Altbier und Pils. Das Leben ist zu kurz, sich gegen Neues abzuschotten, Das Leben ist zu kurz für teure Markenklamotten, das Leben ist zu kurz für Streitereien mit dem Ex, und viel zu kurz für mittelmäßigen Sex. Das Leben ist zu kurz für schlechte Musik, für Ärger mit den Nachbarn und für and'ren Psychokrieg. Das Leben ist zu kurz, sich seine Zeit zu versau'n Das Leben ist zu kurz, um ständig auf die Uhr zu schau'n. Das Leben ist zu kurz für Trennkost und Diät - bis du die Topfigur hast, ist schon alles zu spät. Das Leben ist zu kurz für exzessive Plackerei - kaum hast du'n Haus mit Garten, ist es wieder vorbei. Das Leben ist zu kurz für schlechte Musik, für Ärger mit den Nachbarn und für and'ren Psychokrieg. Komm' mal wieder raus. Bleib nicht immer nur zu Haus', hockst du dauernd vor dem Ofen, ist das Feuer schneller aus. Das Leben ist zu kurz für schlechte Musik, für Ärger mit den Nachbarn und für and'ren Psychokrieg. Das Leben ist zu kurz für dumme Laberei, das Leben ist zu kurz für RTL 2.
Auch wenn ich meinen Heiligabend heute damit verbracht habe, an einem Paper rumzubasteln, dass ich eigentlich schon lange hätte abgegeben haben wollen und für mich morgen Arbeit und übermorgen ein Meeting in der Uni angesagt ist, möchte ich zumindest allen, die das hier lesen, ein schönes Weihnachtsfest und alles gute für 2008 wünschen!

「友人の友人はアルカイダだ」(Der Freund meines Freundes ist bei Al-Kaida), so lautete die ueberaus einleuchtende Rechtfertigung des japanischen Justizministers Kunio Hatoyama, wieso Auslaender ab heute bei der Einreise nach Japan Fingerabdruecke abgeben und sich fotografieren lassen muessen. Laut seiner Aussage ist besagter Freund eines Freundes, den er natuerlich nieeeee persoenlich getroffen hat, mehrfach unerkannt nach Japan ein- und ausgereist, bevor er an den Anschlaegen in Bali beteiligt war.
Also MEINE Freunde sind nicht bei Al-Kaida und die Freunde meiner Freunde auch nicht - laeuft hier nicht irgendwas verkehrt? Vielleicht sollte man statt unsereinem der innenpolitischen Sicherheit zuliebe doch besser japanische Politiker bei der Einreise erkennungsdienstlich behandeln?
Wer bislang die Einreisebedingungen nach Amerika fuer paranoid gehalten hat, der darf jetzt also ein weiteres Land auf seiner Negativliste hinzufuegen. Auch in Japan wird zukuenftig erstmal jeder ge-fingerprinted, fotografiert und verhoert, bevor er, sollte er kein Terrorist oder sonstwie verdaechtig sein, ins Land einreisen darf… das alles natuerlich nach gut 2 Stunden Wartezeit am Immigration-Schalter am Flughafen Narita und voellig unabhaengig davon, ob man als Tourist kommt, als Student oder als seit 10 Jahren in Japan lebender Ehepartner eines Japaners.
Was wohl dem einreisewilligen Auslaender passiert, wenn ihm am Immigration-Schalter zufaellig「友人の友人はアルカイダだけど・・・」 herausrutscht? Warum habe ich nur das Gefuehl, das in diesem Fall wuerde obiges Statement mit weitaus weniger Wohlwollen betrachtet?
Na denn,

Hier noch ein nicht ganz ernst gemeinter Beitrag aus der “Japan Times” zum Thema:
Was machen zwei Maedels, die kein Auto besitzen, keine Ahnung von Autos haben und sich eigentlich auch ueberhaupt nicht fuer Autos interessieren an einem grauwetterigen, kalten Sonntag in Japan? Richtig - sie gehen zur Tokyo Motor Show: Autos angucken!
Geplant hatte ich das eigentlich ueberhaupt nicht, aber netterweise hatte ein Kollege von einem Kunden Freikarten bekommen, und mir zwei geschenkt. Auch zu diesem Zeitpunkt war ich eigentlich noch alles andere als ueberzeugt davon, dass ich den Sonntag gemeinsam mit 1000en Japanern in einer Messehalle verbringen und Autos angucken wollte, aber irgendwie fand ich mich am Sonntag Mittag dann doch gemeinsam mit einer Freundin in der Warteschlange vor der Makuhari Messe wieder um noch den letzten Tag der Tokyo Motor Show mitzuerleben.
Zusammenfassend kann ich nur sagen - es gab eine Menge zu sehen und damit meine ich nicht nur die tiefen Einblicke, mit denen die Messe-Hostessen von den Fahrzeugen abgelenkt haben.
Wirklich interessant waren fuer mich vor allem die sogenannten “concept cars", Prototypen von Fahrzeugen, die so zwar wohl niemals auf der Strasse landen werden, die dafuer aber um so innovativer sind. Besonders angetan hat es mir der PiVo2 von Nissan mit eingebautem “Beifahrer". Ein kleiner Roboter, der im Frontpanel eingebaut ist, verraet dem Fahrer, wo er noch freie Parkplaetze findet, gibt ihm Navigationshinweise, weist ihn auf Geschwindigkeitsbegrenzungen hin, ueberprueft seinen derzeitigen Emotionszustand und Ermuedungslevel. Auf die gewohnten Hinweise a la “Musst Du eigentlich immer so rasen?!!?!", “Schleich doch nicht so, hinter Dir ist schon ein halber Kilometer Stau!” oder “Hier haettest Du links fahren muessen!!!” muss man bei PiVo leider verzichten, dafuer erhaelt man von einer freundlichen, japanischen Computerstimme Informationen ueber die aktuelle Verkehrslage. Zumindest beim Einparken sind Beschwerden seitens des Beifahrers aber auch gar nicht mehr noetig, denn Pivo parkt vollautomatisch und parallel zur Strasse, indem er einfach die Raeder um 90 Grad rotiert.

Andere Innovationen waren vor allem besonders umweltschonende Fortbewegungsmittel, Ein-Mann-Fahrzeuge, die man vom Verwendungszweck her am ehesten als Zwischending zwischen Rollstuhl und Motorroller bezeichnen kann und ein Wagen mit stossabsorbierender, weicher Aussenhuelle. Alles in allem ein paar richtig geniale Ideen, bei denen ich sehr gespannt bin, ob wir davon wohl irgendwas in ein paar Jahren auf Japans Strassen herumfahren sehen. Interessanterweise waren die wirklich innovativen concept cars uebrigens ausnahmslos von japanischen Herstellern!


… und hat ihn - oder besser sie - gefunden.
Irgendwie war das ja mal gar nicht meine Woche, aber was soll auch aus einer Woche werden, die Montags morgens um kurz vor 7 im Shinkansen nach… (aehm… ja..hmm.. wohin eigentlich?… ) anfaengt? Die Punkte, die ich in der vergangenen Woche auf meinem Schusselkonto gesammelt habe, sollten jetzt mindestens fuer ein halbes Jahr ohne groessere Dummheiten reichen.
Mein Montag begann also damit, dass ich auf dem Weg nach Maebashi, im Halbschlaf mit meiner Suica-Karte durch die Fahrkartenschranke am Bahnhof laufe, nur um genau in dem Moment, wo die Maschine meine Karte erkennt, zu realisieren, dass ich ja eine “normale” Fahrkarte fuer die Strecke habe… Also hin zu dem netten Bahnmitarbeiter, der meine Suica freundlicherweise wieder aus dem System ausgebucht hat, so dass ich den Bahnhof zum zweiten Mal, diesmal aber mit der (vermeintlich
) richtigen Karte betreten konnte.
Als ich am Bahnhof Tokyo am Shinkansen-Gleis angekommen war, wollte ich noch schnell ‘ne Flasche gruenen Tee am Kiosk kaufen, und dann ab in den Zug… auf meine Reservierung geguckt… “Wagen 8″… “Platz 2D"… hinsetzen… “aehm… halt, stand gestern auf der Reservierung nicht noch “Wagen 6″? … “Und warum eigentlich 20 Uhr 20?”
Ok, fuer’s naechste Mal weiss ich also, dass man den Bahnhof und den Shinkansen-Abfahrtsbereich auch mit Fahrkarten betreten kann, die erst am naechsten Tag gueltig sind, denn das Ticket das ich - vom Fahrkartenautomaten gelocht - in der Hand hatte, war mein Rueckfahrtticket!
Na gut, erstmal wieder aufstehen, bevor derjenige kommt, der den Platz wirklich reserviert hat, und ein paar Wagen weiter in den Bereich, wo man sich auch ohne Reservierung hinsetzen kann. Platz gefunden… hingesetzt… “Hmm… hat die Aktion jetzt wirklich ‘ne Viertelstunde gedauert, oder faehrt der Zug heute irgendwie frueh los?"… “Naja, egal!", erstmal den Laptop ausgepackt und an meinem Paper fuer die AAMAS08 gebastelt. Eine halbe Stunde spaeter - “Hmm… normalerweise hatte ich hier mit meiner Funkkarte doch immer ‘ne Internetverbindung, oder nicht?"… weitere 20 Minuten spaeter - “So langsam muesste ich in Takasaki sein… Warum kommt mir die Gegend hier eigentlich so unbekannt vor? … Und seit wann gibt’s auf der Strecke einen zweiten Tunnel?
” Das war dann der Moment, wo ich letztendlich wach genug war, um zu kapieren, dass ich offensichtlich seit fast einer Stunde im falschen Zug sitze… Ein Blick auf’s GPS (schonmal gesagt, dass ich japanische Handies liebe?) verriet - ich bin gerade irgendwo in der Pampa, auf halbem Weg nach Nagaoka, aber gluecklicherweise gar nicht so weit weg von dem Ort, wo ich eigentlich hin wollte… allerdings in einem fahrenden Shinkansen, der sich mit 300 Kilometern pro Stunde von meinem Zielort wegbewegte. Nach einer weiteren halben Stunde hat das Ding dan gluecklicherweise an irgendeinem Ort gehalten, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe, und ich konnte aussteigen, meinem Kollegen eine Mail schreiben, und mir vorsichtshalber - nur um sicher zu gehen, dass ich diesmal den richtigen Zug erwische - von einem Bahnmitarbeiter erklaeren lassen, wie ich denn jetzt wirklich nach Takasaki komme.
In Takasaki angekommen, war es bereits gut eine Stunde spaeter, als mein Zeitplan vorgesehen hatte und ich durfte erstmal dem sichtlich amuesierten Bahnbeamten erklaeren, dass ich leider mit dem Ticket fuer Dienstag Abend am Montag morgen in einen Zug gestiegen war, der auch nicht der Montag morgen-Reservierung entspricht, und dass ich trotzdem gerne am Dienstag abend irgendwie nach Tokyo zurueckfahren wuerde, ohne mir ein neues Ticket zu kaufen… Gluecklicherweise hat sich wenigstens das letztendlich als unproblematisch herausgestellt, und ich bin gut eine Stunde spaeter als geplant, da angekommen, wo ich hin wollte. Weitere groessere Katastrophen konnte ich dann auch fuer’s erste vermeiden…
Dienstag abend - nach beendeter Arbeit noch schnell den Krams, an dem ich gearbeitet hatte, einchecken und endlich zurueck nach Tokyo… Kurz bevor ich los gehe, kommt zwar noch eine Nachfrage, die noch beantwortet werden will, aber “was soll’s?", denke ich mir, “ein bisschen Zeit habe ich noch, bis ich um 20:30 am Bahnhof sein muss…” (Der aufmerksame Leser wird meinen Fehler bereits bemerkt haben… die unaufmerksame Schreiberin stellte allerdings erst am Bahnhof fest, dass die korrekte Abfahrtzseit des Zuges 20:20 gewesen waere…
) Naja, der Zug war, als ich am Bahnhof angekommen war, natuerlich weg, und der naechste fuhr erst eine ganze Stunde spaeter. Immerhin habe ich dank drahtlosem Internet den Abstract fuer mein Paper, der an dem Abend faellig war, aus dem Shinkansen abschicken koennen, aber ich glaube, naechste Woche werde ich bei jedem Zug mindestens 3 Mal nachsehen, wann und wo er faehrt.
Am Mittwoch Morgen finde ich dann eine Mail in meinem Postfach, die mit “urgent:” anfaengt, und ahnte bereits Boeses… offensichtlich hatte ich am Dienstag Abend vergessen, eine Datei ins SVN einzuchecken, die ich neu angelegt hatte, und ohne die sich das Ganze leider nicht mehr compilieren liess… Nicht, dass ich nicht schon mit sowas gerechnet haette!
Gluecklicherweise sind meine Kollegen ja nett
… und abgesehen davon weit weg… Der Kopf ist also noch dran!
Wahrscheinlich habe ich es nur meinem festen Vorsatz, keine weiteren Katastrophen zu provozieren (und der Tatsache, dass ich den ganzen Tag zu Hause an meinem Paper gebastelt habe) zu verdanken, dass der Donnerstag recht ereignislos verlaufen ist.
Freitag musste ich dann meine Folien fuer meine “Halbzeitpraesentation” an der Uni einreichen, die ich - nur um auch voellig sicher zu gehen - ganz untypischerweise am Tag vorher schon fertiggemacht hatte. Gegen Mittag bin ich also zur Uni, um noch ein paar Fotos von meinem Experimentiersetting fuer das Paper zu machen, und die Handouts fuer die Praesentation zu drucken.

Eigentlich ist der Drucker bei uns an der Uni auch sehr zuverlaessig. - Eigentlich! - Genaugenomen habe ich eigentlich noch nie erlebt, dass er nicht funktioniert hat, bis auf - ja, richtig geraten - gestern. Am letzten Tag, wo ich meine Handouts abgeben konnte, und zu diesem Zeitpunkt gut 12 Stunden vor der Deadline fuer mein Paper!
Die Frage, ob ich meine Praesentation nicht per Mail im Sekretariat einreichen koenne, damit sie dort gedruckt wird, wurde damit beantwortet, dass in ein paar Stunden ein Servicetechniker vorbeikaeme, und ich so lange doch bitte in der Uni warten solle… Super, ein Kartenlesegeraet, um die gerade gemachten Fotos fuer das Paper in den Rechner zu bekommen, hatte ich natuerlich nicht dabei, aber was blieb mir anderes uebrig, als darauf zu warten, dass der Drucker endlich wieder benutzbar war?
Naja, irgendwann konnte ich dann tatsaechlich meine Handouts drucken, nach Hause fahren und bis 5 Uhr nachts an meinem Paper basteln, um es dann tatsaechlich wider Erwarten noch vor der Deadline (24 Uhr EST) hochzuladen… Manchmal hat die Zeitverschiebung doch ihr Gutes.
Wie gut, dass die Woche damit auch endgueltig vorbei war!
Die naechste wird hoffentlich weniger chaotisch.
Wenn ich am Mittwoch meine Praesentation hinter mir habe, nicht mehr nach Maebashi fahren muss (zumindest fuer absehbare Zeit nicht…) und auch vorerst kein Paper mehr ansteht, werd’ ich wohl erstmal Schlaf nachholen und bin gespannt, ob ich den “Superschussel"-Titel dann vielleicht irgendwann wieder abgeben kann.
Potentielle Kandidaten fuer meine Nachfolge duerfen sich gerne direkt bei mir bewerben! 
Da ich während der Konferenz doch nicht mehr dazu gekommen bin, ausführlicher zu berichten, und dieser Beitrag seit Anfang September halb fertig hier rumliegt, hole ich das jetzt nach, bevor ich alles vergessen habe. Alles in allem war es für mich eine echt tolle Erfahrung, und ich bin mit jeder Menge neuen Ideen und Eindrücken nach Hause geflogen, so dass ich es kaum erwarten konnte, mich wieder an meine eigene Arbeit zu setzen.
Ein paar Fotos von der Konferenz sind übrigens auch direkt auf der Website zu finden http://www.ro-man2007.org/
Mein eigener Vortrag war am Dienstag und nachdem ich Montag noch die ganze Nacht an meinen Folien gebastelt und kaum geschlafen habe, lief das Ganze erstaunlicherweise fast problemlos - Wenn man mal davon absieht, dass ich, gnadenlos schusselig, wie man mich kennt
, in der Aufregung an meinem Laptop den Kopfhörer- mit dem Mikrofonanschluß verwechselt habe und das erst gemerkt habe, als man über die Mikrofonanlage von meinem in mühsamer Kleinarbeit in der Nacht vor dem Abflug zusammengeschnittenen Demovideo leider keinen Ton hören konnte.
Auf jeden Fall gab es eine Menge spannender Vorträge über alle möglichen Themen vom Robotereinsatz für die Autismustherapie über die Aufmerksamkeitssteuerung und das Erzeugen von “Shared Attention” in der Mensch-Roboter-Interaktion bis hin zu Sprach- Gesten- und Emotionserkennung.
Besonders faszinierend fand ich einem Plenumsvortrag von Professor Luc Steeles darüber, wie man Roboter entwickelt, die allein durch die Interaktion untereinander, ohne Vorkenntnisse eine eigene Sprache entwickeln könnten. (Auch wenn es bis dahin noch ein weiter Weg ist) Den Vortrag und noch einige andere findet man als Webcast übrigens hier: http://ws2.huric.org/roman2007/Archive.aspx
Interessant fand ich auch den Roboter-Designwettbewerb und die “Interactive Demonstration Session", die am Rande der Konferenz stattfanden. Es ging darum, Ideen und Prototypen für neuartige Roboter (wobei der Begriff Roboter recht weit gefasst war und auch intelligente Spielereien beinhalten durfte) zu präsentieren und einige der Ideen waren wirklich interessant oder einfach lustig:
Paro, ein Seehund-Roboter ist vor allem dazu gedacht, alten Leuten, behinderten oder kranken Kindern etc. Gesellschaft zu leisten, und wurde unter anderem in japanischen Altenheimen schon erfolgreich eingesetzt.

Keepon ist ein kleiner Roboter, der ein wenig an zwei übereinandergestapelte Tennisbälle erinnert, “tanzt” und dabei erstaunlich beweglich ist, und unter anderem für die Autismusforschung und -therapie entwickelt wurde.

Bei Youtube gibt es auch Videos davon:
Der “verrückte Professor” auf dem zweiten Video ist übrigens wirklich der Entwickler, Professor Kozima.
Ein anderes lustiges, wenn auch vielleicht etwas realitätsfernes Konzept waren die Mung Robots aus Korea, die aussahen, wie überdimensionierte Eier mit Augen, und die leuchtende blaue Flecken bekommen haben, sobald jemand in ihrer Gegenwart Schimpfwörter ausgesprochen hat (was man auch gleich interaktiv testen konnte.
) Laut Erklärung sollen diese Roboter das friedliche Miteinander von Ehepartnern fördern.

… und dann war da noch eine Entwicklung, die jeden Softwareentwickler zum Zittern bringen wird
. - Buildbot.

Buildbot überwacht, ob sich der Sourcecode eines Softwareprojekts im CVS/SVN korrekt compilieren läßt. Falls das nicht der Fall ist, macht er denjenigen aus, der fehlerhaften Code eingecheckt hat, und geht blinkend und drohend piepsend zum Angriff über. Glücklicherweise ist das System auf einem Aibo, einem etwa katzengroßen Roboterhündchen, realisiert, so dass es bislang offenbar keine ernsthafteren Personenschäden gab. (Für echte Härtefälle gibt es aber sicher bald die “Pitbull-version”
)
Daß es auch weibliche Roboter gibt, zeigt dieses Beweisfoto. Auf “Stöckelschuhen” bewegte sich die Roboterdame zugegebenermaßen nicht ganz so elegant, wie ihre natürlichen Vorbilder:

Alltagsnähere Arbeiten, wie z.B. einen “elektronischen Blindenhund", Roboter zum Fensterputzen an Hochhausfassaden usw. gab es natürlich auch. Alles in allem war die Konferenz einfach spannend und ich hoffe, dass ich einige der Ideen, die ich aus den Vorträgen mitgenommen habe, für meine eigene Arbeit nutzen kann.
Zu guter Letzt noch ein paar unsortierte Eindrücke von Jeju. Von der Insel selbst habe ich nicht soviel gesehen. Eigentlich war ich nur an einem Abend nach der Konferenz noch kurz unterwegs, um mir die Gegend anzusehen, aber das technische Programm war sowieso spannender.
:




Sorry (mal wieder) an alle, die sich Gedanken gemacht haben, weil ich nichts mehr von mir hoeren lasse. Nein, ich befinde mich weder in Gefangenschaft boesartiger, koreanischer Roboter noch bin nach meiner Praesentation auf der Konferenz vom Prof einen Kopf kuerzer gemacht worden, sondern mir fehlt gerade einfach nur die Zeit, hier irgendwas Sinnvolles zu schreiben…
Ich bin heile auf Jeju angekommen, und wider Erwarten habe ich hier sogar Internetzugang im Hotel, so dass ich Euch auf dem Laufenden halten kann. Mein Flieger ist irgendwann gegen Mittag gut eine halbe Stunde zu frueh auf Jeju angekommen, und mit dem Bus ging es dann erstmal eine gute Stunde bis zum Hotel, das in einem Ferienresort liegt, dessen koreanischen Namen ich leider schon wieder vergessen habe. Auf jeden Fall herrscht hier Urlaubsstimmung pur - zumindest fuer die, die nicht hier sind, um anderen etwas ueber ihre Arbeit zu erzaehlen.
Das Konferenzprogramm klingt allerdings sehr interessant und wenn ich erstmal meinen eigenen Vortrag hinter mir habe, werde ich das garantiert auch so richtig geniessen. Ich hoffe, ich komme mit dem ein oder anderen ins Gespraech, denn ich habe beim ersten Durch"blaettern” der CD-Rom zur Konferenz schon einige ziemlich spannende Papers gefunden.


Heute fing die Konferenz allerdings erstmal ganz locker an - Einchecken im Hotel, Registrierung bei der Konferenz und schliesslich der Willkommensempfang… Das Hotel, wo die Konferenz abgehalten wird, ist nur ein paar Schritte von meinem Hotel weg, riesig und ziemlich nobel, und auch der Empfang war klasse mit tollem Essen und einer wirklich schoenen Umgebung. Die vielen neuen Gesichter haben mich zugegebenermassen doch erstmal ein wenig eingeschuechtert. Wer weiss, ob man nicht gerade jemanden anquatscht, dessen Papers man eigentlich kennen sollte…
Naja, morgen geht es mit dem technischen Teil weiter. Das macht es sicher leichter, die Teilnehmer richtig “einzusortieren". Ich habe allerdings schon ein paar Leute aus Bielefeld gesichtet. - Die Welt ist klein!
Hier ein paar erste Eindruecke von der RO-MAN ‘07:




… wenn mich jemand vermisst, ich bin auf der RO-MAN’07 auf Jeju in Korea. Morgen, also eigentlich heute, um kurz nach 6 muß ich am Bahnhof sein, und um viertel vor 10 geht es dann mit dem Flieger nach Korea.
Drückt mir die Daumen. Das ist das erste Mal, das ich meine Arbeit selbst auf einer Konferenz präsentiere, und ich bin ein gaaaaaanz kleines bißchen aufgeregt.
Eh ja, und vom Fliegen halte ich auch nach wie vor nicht besonders viel aber ich versuche einfach mal davon auszugehen, daß ich lebend ankomme. ![]()
Wenn man den Japanern eins ganz bestimmt nicht vorwerfen kann, dann ist das die mangelnde Sorge um die Gesundheit und das Wohlergehen ihrer Mitmenschen. Dieser Eindruck draengt sich einem zumindest geradezu auf, wenn man mal einen naehren Blick auf die allgegenwaertigen Warn- und Hinweisschilder wirft und ein wenig die Ohren offen haelt.
Es faengt bereits beim Einkaufen an, wo man per Lautsprecherdurchsage nicht nur darauf hingewiesen wird, dass man auf der Rolltreppe doch bitte im weiss umrandeten Bereich stehen und sich festhalten soll, sondern auch darauf, dass man bitte seine Kinder im Auge behalten und an die Hand nehmen soll, damit diese nicht abhanden kommen. Auch der Hinweis, man koenne mit Pfennigabsaetzen in der Rolltreppe haengen bleiben und sich verletzen, gehoert zum Standardrepertoire der Lautsprecherdurchsagen…![]()
Selbstverstaendlich warnen LKWs wahlweise per Sprachansage oder Piepton, wenn sie rueckwaerts fahren, Krankenwagen, Polizei und Feuerwehr sagen an jeder Kurve an, in welche Richtung sie als naechstes fahren wollen und der Busfahrer warnt natuerlich auch, wenn er um die Kurve fahren oder an einer Ampel anhalten will.
Ganz besonders nett fand ich auch eine Mail mit dem Titel “Notice for traffic safety", die von meiner Uni an alle Promotionsstudenten geschickt wurde. Dort wurden wir darauf hingewiesen, dass ein Mitstudent vor einer Weile einen Unfall verursacht hat, dass dies sehr bedauerlich sei, und dass wir uns doch bitte von jetzt an alle an die Verkehrsregeln halten und ganz besonders auf unsere Sicherheit im Strassenverkehr achten sollten, damit dies nicht nochmal vorkommt. Hatte ich schonmal erwaehnt, dass das Durchschnittsalter der Promotionsstudenten bei uns am Institut irgendwo um die 30 liegt und dass ich den letzten Hinweis dieser Art vermutlich irgendwann kurz vor Abschluss der Grundschule bekommen habe?
Ich war fast schon ein wenig enttäuscht, dass wir die Mail nicht von unseren Eltern unterschreiben lassen und wieder mitbringen sollten. ![]()
Mein klarer Favorit ist allerdings dieser anschaulich illustrierte Beipackzettel, den ich in einer Packung Stecknadeln gefunden habe:

Also fuer die, die es bisher noch nicht wussten - Stecknadeln bitte nicht essen und natuerlich auch nicht an die Kinder verfuettern, sie nicht auf dem Boden herumliegen lassen, da man darauf treten und sich schwer verletzen koennte, und bitte BITTE aufpassen, sich nicht damit in den Finger zu stechen. ![]()
Auch schoen, der Hinweis auf der Essstaebchen-Verpackung: Diesmal sogar auch auf Englisch, schliesslich mochte man ja auch die armen Auslaender, die kein Japanisch lesen koennen, nicht ungewarnt in ihr Unglueck rennen lassen: “Toothpick may hurt your finger":
In diesem Sinne… 危ないですから、ご注意ください! (abunai desu kara, go-chuui kudasai!)
Ich bin heute seit Langem mal wieder in “meinem” Spielzeugladen in Ueno gewesen, und auch wenn ich sonst um “Geldfresser” lieber einen grossen Bogen mache (wenn man von der Amazon-Website mal absieht
), hat es mir dieser hier echt angetan:

Das Ding ist ein Sparschwein und heisst “Face Bank". Wenn man ein Geldstueck in die Naehe haelt, dann guckt das Gesicht in der Mitte dem Geldstueck hinterher und oeffnet den Mund. Legt man der “Face Bank” das Geldstueck in den Mund verspeist sie es mit recht realistisch aussehenden Mundbewegungen.
Hier ein Video, das ich aufgenommen habe, und wo man besser sieht, wie das Ding funktioniert:
Ich habe gerade noch ein Video im Netz gefunden:
Ich glaube, das muss ich haben…
…nach einem laaaangen Programmiersamstag:

…Wovon Roboterhunde wohl traeumen?
Ok, Kommando zurueck, ich komme doch nicht nach Deutschland, sondern darf mich vor Ort auf das Projekt vorbereiten.
(Sorry, der Beitrag war laenger, ist aber leider Datenbankproblemen zum Opfer gefallen [war vielleicht auch besser so
].)
Ich habe von Anfang Januar 2005 - August 2005 ein Praktikum in Atsugi, Kanagawa, Japan gemacht und absolviere nun mein Promotionsstudium am National Institute of Informatics in Tokyo. Ich werde hier in Zukunft alle, die es lesen wollen (oder die zufällig hier landen) mit mehr oder minder wissenswerten Informationen über das Land der aufgehenden Sonne versorgen. :)
My English short blog can be found at http://genetix.tumblr.com
For anyone interested in robots and AI-related stuff, please have a look at http://www.robotopia.de
Recently, I have also started Twittering...
| Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So |
|---|---|---|---|---|---|---|
| << < | > >> | |||||
| 1 | ||||||
| 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 |
| 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 |
| 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 |
| 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29 |
| 30 | 31 | |||||